Lampertheim

Soziales Immer freitags offenes Kaffeetrinken im Gemeindepsychiatrischen Zentrum

Einfach unter Leute kommen

Lampertheim.„Mit jemandem zu reden tut mir so gut“ – für alle, die so denken, aber wegen einer psychischen Störung Hemmungen haben, gibt es das offene Kaffeetrinken in der Lampertheimer Tagesstätte des Gemeindepsychiatrischen Zentrums Bergstraße-Ried. Jeden Freitag findet es in den Räumen des Caritasverbandes in der Neuen Schulstraße 16 von 14.30 bis 15.30 Uhr statt, erklärt Monika Horneff. Sie verantwortet als Dienststellenleiterin die Arbeitsbereiche Lampertheim und Viernheim.

Viele Besucher der Cafeteria seien auch Gäste der Tagesstätte. Für sie sei das Treffen an der Kaffeetafel ein schöner Wochenausklang. Außerdem nehmen ehemalige Tagesstätten-Besucher und Nachbarn teil. Menschen, die einsam sind, empfiehlt Horneff, einfach mal vorbeizuschauen und mit anderen Besuchern ins Gespräch zu kommen. Das Team backt mit einigen Klienten im Vorfeld den Kuchen, der am Freitagnachmittag auf den Tisch kommt. Insgesamt sind vier Mitarbeiterinnen in der Tagesstätte beschäftigt, die mit unterschiedlichen Aufgaben betraut sind. „Die Betroffenen, die die Tagesstätte besuchen, haben eine psychische Erkrankung“, erläutert Horneff. Diese Menschen wolle man bei der Strukturierung ihres Alltags unterstützen und ihnen zurück in die Gesellschaft helfen.

Immer dem Kaffeeduft nach

An diesem Freitagnachmittag, an dem unsere Zeitung das offene Kaffeetrinken besucht, haben die Ergotherapeutinnen Ulrike Möhl und Samira Lauer Dienst. Auch der Praktikant Marco Unger, der Soziale Arbeit studiert, packt mit an. Die Besucher folgen dem Kaffeeduft und finden eine entspannte Atmosphäre vor. Die Cafeteria ist fastnachtlich geschmückt. Die Tische sind zu Tafeln aufgestellt, damit sich die Teilnehmer gut unterhalten können. Ulrike Möhl teilt die Himbeerschnitten aus, und ratzfatz ist der Blechkuchen leer. „Die Kuchenbäcker haben erst den Biskuitboden gebacken, dann die Quarkcreme zubereitet und später den Tortenguss auf die Himbeeren gegeben“, erklärt die Ergotherapeutin. Beim gemeinsamen Kaffeetrinken wird dann schon überlegt, welchen Kuchen es am nächsten Freitag geben könnte.

Jürgen Gutgesell aus Biblis besucht das Angebot seit einem Jahr. Er habe psychische Probleme und komme regelmäßig zu der offenen Kaffeestunde, sagt der 63-Jährige. „Ich möchte ein bisschen reden, hier schließe ich soziale Kontakte.“ Nach dem Schlemmen steht noch Aufräumen und Spülen auf dem Plan. Dann wünschen sich alle ein schönes Wochenende und die Klienten der Tagesstätte verabschieden sich bis zum kommenden Montag, wenn sie wieder die Tagesstätte besuchen.

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