Lampertheim

Landfrauen Kindergruppe erntet Knollen und erfährt viel Wissenswertes rund um das Gemüse

Einsatz auf dem Kartoffelacker

Archivartikel

Lampertheim.„Ich habe ein Herz gefunden“, jauchzt Fenja. „Und ich einen Drachen“, ruft Gabrijel. Die Sechs- und der Vierjährige suchen wie viele weitere Kinder und ihre Eltern in gebückter Haltung das Kartoffelfeld ab. Die Mitglieder der Kids-Gruppe der Landfrauen sind wie kleine Schatzsucher unterwegs. Kartoffeln seien auch wahre Kostbarkeiten, stellt Hannes Köpplinger, der Vater von Fenja, fest. Denn aus den Knollen könnten die vielfältigsten Gerichte hergestellt werden. Er selbst will aus den gesammelten Kartoffeln Reibekuchen für seine Familie zubereiten.

Marita Billau, Vorsitzende der Landfrauen auf Bezirkseben und Teamsprecherin der Lampertheimer Landfrauen, ist erfreut, dass sich zahlreiche Interessierte auf den Weg zum Kartoffelacker gemacht haben – trotz des ungemütlichen Wetters. Ein kühler Herbstwind pfeift. Doch das ist für die Teilnehmer kein Problem, sie haben sich warm eingemummelt.

Von Aktion begeistert

„Die Kids-Gruppe des Bezirkslandfrauenvereins Heppenheim trifft sich in regelmäßigen Abständen“, erklärt Billau. Sie ergänzt: „Wir freuen uns auch über weitere Wissbegierige, es müssen keine Vereinsmitglieder sein.“ Zu den Treffen kommen Kinder unterschiedlicher Altersgruppen. Für die Kleinen erklärt Marita Billau die Arbeiten in der Landwirtschaft kindgerecht.

Zu den älteren Kindern und Erwachsenen sagt sie: „Wir wollen etwas lernen“ und erläutert die Entwicklung in der Landwirtschaft – wie etwa die der Erntemaschinen, die eine große Hilfe und nicht mehr wegzudenken seien. Außerdem wolle sie die Wertschöpfung bei der Arbeit der Bauern veranschaulichen und den Verbrauchern näher bringen, wie die Lebensmittel entstehen. Denn die Nahrungsmittel, die im Supermarkt gekauft werden, kämen von den Landwirten. Sie produzieren die Kartoffeln sowie andere Gemüse- und Obstarten, die die Konsumenten in den Regalen der Verkaufsstellen wiederfinden können. Aber bevor die Lebensmittel im Supermarkt verkauft werden, müsse die Ernte verarbeitet, verpackt und transportiert werden, betont Billau.

Während die Teilnehmer auf dem Acker die Furchen ablaufen und die Kartoffeln in ihre mitgebrachten Taschen packen, erfahren sie auch, dass die Knollen der Kartoffelpflanze unter der Erde wachsen.

Damit die Kartoffel-Fans nicht im Damm buddeln müssen, hat Traktorfahrer Martin Billau den Kartoffelroder über den Acker gezogen. Mit der maschinellen Hilfe werden die Knollen aus dem Boden gehoben.

„Die Kartoffelsorte heißt Allians, ist sehr fein im Geschmack und wegen ihrer Qualität für alle Speisen ideal“, so Billau. „Nur die Knollen, die eine grüne Stelle haben, lasst liegen“, warnt sie. „Die dürfen nicht gegessen werden. Die sind ungenießbar.“

Sabine Köpplinger ist von den Aktionen der Kids-Gruppe begeistert. „Die Kinder müssen wissen, woher die Lebensmittel kommen“, sagt die Landfrau voller Überzeugung. Deshalb nehme sie mit der Familie an den Ausflügen teil, die zuvor auch schon zur Erdbeerernte auf die Felder der Billaus oder aber in die Knoblauchhalle der Familie Ciprian und Konstanze Pantiru geführt haben. „Außerdem waren wir schon beim Milchviehbetrieb von Reiner und Claudia Jöst in Lorsch-Seehof zu Besuch“, berichtet Marita Billau.

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