Lampertheim

Soziales St. Georgspfadfinder gestalten bei 72 Stunden-Aktion Pfarrgarten um

Einsatz bis zur Erschöpfung

Archivartikel

LAMPERTHEIM.Eine leuchtende „72“ prangt auf den grünen und weißen Shirts, der Bauarbeiterhelm sitzt, Schubkarren stehen bereit. Alles ist vorbereitet. Nur für was, das wissen die St. Georgspfadfinder zunächst noch nicht. Im St. Andreasheim herrscht Aufregung, dutzende Kinder rennen in grün-weißer Arbeitskleidung oder der typisch beigefarbenen Kluft umher. „Schnell, es geht los!“, trommelt Vorsitzender Björn Burwitz seine Pfadfinder zusammen. 70 Ehrenamtliche, davon ein Großteil Kinder, drängen sich in den Raum und schauen wie gebannt auf eine Leinwand.

Per Facebook-Live-Schalte geht es in die Kreisstadt nach Heppenheim, wo die geheimen Aufgaben der bundesweiten Sozialaktion „72 Stunden“ verkündet werden. Nach bangen Momenten mit unsteter Verbindung und unscharfem Bild erscheint schließlich auf einem Zettel: „Neuer Pfarrgarten für Jung und Alt“. 72 Stunden haben die St. Georgspfadfinder des Stammes Guy de Larigaudie nun Zeit, ihre Aufgabe zu erfüllen.

„Unser größtes Projekt bisher“, wird Burwitz später völlig erschöpft sagen. Drei Tage Schwerstarbeit liegen vor ihm und seinen Mitstreitern – drei Tage bis an die Belastungsgrenze und darüber hinaus. Aber auch drei Tage, das wird Burwitz danach sagen, voller Stolz und Dankbarkeit. Stolz auf die Pfadfinderschaft, die bereits zum vierten Mal an einer derartigen Aktion teilnimmt. Dankbar für die Unterstützung und den Zusammenhalt aller Lampertheimer. „Wir haben eine unheimlich große Hilfsbereitschaft erfahren, die Resonanz war unglaublich“, berichtet er im Rückblick, „das war phänomenal“.

Denn die Pfadfinder waren bei der Aktion auf Hilfe angewiesen. Die streng geheime Aufgabe kannte nur Rolf Borkenhagen vom St. Andreas-Verwaltungsrat. Gemeinsam mit Gottfried Senftner hatte er die Aktion ausbaldowert – und den Pfadfindern eine lange Liste an Aufgaben mitgegeben. Schließlich war der Garten schon eine ganze Weile nicht mehr ansehnlich. So sollten eine alte Hundehütte mitsamt Fundament entfernt, Zäune abgerissen, Wege entsorgt, Sitzgelegenheiten angebracht und der komplette Boden von Wurzeln befreit und mit Rollrasen ausgelegt werden.

TVL spendet Wasser

Das Werkzeug und alle nötigen Materialien müssen die Gruppen bei der Aktion selbst besorgen. „Die Lampertheimer Firmen, die Stadt und Privatpersonen haben uns sehr geholfen“, betonte Burwitz. So wurden etwa Bagger gestellt, Materialien gespendet und Mitarbeiter haben stundenlang geholfen. Und als sonntags das Wasser knapp wurde, hat der TV Lampertheim kurzerhand auf den Hilferuf reagiert und das übriggebliebene Wasser vom Spargellauf gespendet.

Gewerkelt wurde bis zum Schluss – drei Tage später war dann alles fertig. Und das Ergebnis lässt sich sehen. Der Garten ist nicht mehr wiederzuerkennen. „Wir haben alles auf links gedreht“, sagt Burwitz stolz. Damit waren die St. Georgspfadfinder einmal mehr ein Vorbild an ehrenamtlichem Engagement und bewiesen, was möglich ist, wenn alle gemeinsam mit anpacken.

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