Lampertheim

Kooperation Positives Fazit von Goethe- und Musikschule

Einstieg in die Welt der Töne

Lampertheim.Die Freude am Musizieren stand den 17 Erstklässlern der Goetheschule bei der Generalprobe für ihren bisher größten musikalischen Auftritt ins Gesicht geschrieben. Mit Ratschen, Schellen und Heulern probten sie für ihren Beitrag beim Park- und Lichterfest am Samstag. Es sitzt noch nicht jeder Ton, doch das ist auch nicht Ziel des Kooperationsprojekts zwischen Goethe- und Musikschule. EASI, ein Anfang mit Singen und Musik, heißt es und wurde zum Schuljahresbeginn im August 2017 ins Leben gerufen.

Die auf die ersten zwei Schuljahre angelegte Aktion folgte auf das inhaltsgleiche Landesprojekt „JeKi“ an der Schillerschule, dessen Förderung nach fünf Jahren ausgelaufen war. Im ersten Jahr erfahren Erstklässler in einer Großgruppe mit bis zu 20 Kindern durch Singen, Tanz, Bewegung und Rhythmen eine Grundmusikalisierung. Ihr Jahresabschlusskonzert geben sie um 15 Uhr beim Lichterfest, unterstützt vom Orchester der Musikschule. Den besonderen Unterricht begleiten die Musikschullehrerin Christine François und Grundschullehrerin Angelika Laur in der Goetheschule.

Im zweiten Jahr dürfen die Zweitklässler im Instrumentalunterricht Kenntnisse für ein Instrument vertiefen. Zur Auswahl stehen Violine, Querflöte, Gitarre und Akkordeon, so Joachim Sum, Leiter der Musikschule. Neben der musikalischen Förderung soll die Kooperation auch Fähigkeiten wie Konzentration, Koordination, Rücksichtnahme und das Zuhören schulen.

Für zehn Euro im Monat werden die Grundschüler in Kleingruppen von vier Lehrerin der Musikschule unterrichtet. „Nur sehr wenige Kinder finden später den Weg in die Musikschule, die Gebühren schrecken doch noch ab“, so Sum, „es geht um den ideellen Wert. Darum, Kinder, die sonst nie die Chance dazu gehabt hätten, mit Musik und Instrumenten in Kontakt zu bringen. Ihnen einen Einstieg und positive Erinnerungen zu ermöglichen“. Ausgewählt wurden hierfür Schüler aus bildungsfernen Familien oder sozial auffällige Grundschüler. Wer beispielsweise eine musikalische Früherziehung genoss, konnte nicht teilnehmen.

Gemeinsamer Unterricht

Den positiven Effekt kann Goetheschulleiterin Margarete Veltman bestätigen. „Sowohl unsere Kinder als auch unser Kollegium ist begeistert von der Aktion“, unterstreicht sie. Der Mehrwert für die Schulen selbst liege im gemeinsamen Unterricht. „Inhalte werden abgesprochen, jeder kann von der Ausbildung und den Lehrmethoden des jeweils anderen profitieren“, sagte Sum. Für Veltman ist es eine Bereicherung ihres Musikangebots mit dem Fernziel, wieder ein kleines Ensemble an der Grundschule aufzubauen.

Dazu bedürfe es aber einer dauerhaften Förderung. Die Stadt Lampertheim fördert das laufende Projekt für zwei Jahre, die Bürgerstiftung finanziert den zweijährigen Unterricht für die neue erste Klasse im Sommer. Für alle weiteren ersten Klassen danach suchen die zwei Schulen noch Sponsoren. ksm

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