Lampertheim

Ehrung Fünf Geflügelzüchter gewürdigt / Stadt Lampertheim will an traditioneller Auszeichnung festhalten / Gutscheine und Urkunden

„Erhalt von Tierarten auf die Fahnen geschrieben“

Archivartikel

LAMPERTHEIM.Die Kleintierzucht zählt heutzutage nicht mehr zu den beliebtesten Hobbys der Deutschen. In Lampertheim allerdings gibt es – besonders mit dem Kleintierzuchtverein Hofheim und dem Geflügelzuchtverein Phönix in der Kernstadt – noch eine aktive Szene. Die Stadt hat am Freitagabend bei der jährlichen Züchterehrung im Alten Rathaus fünf Ehrenamtliche für besondere Leistungen im vergangenen Jahr ausgezeichnet.

„Eine Züchterehrung ist nicht selbstverständlich“, betonte Kai Schnellbächer in ihren kurzen Grußworten. Die Kreisverbandsvorsitzende der Rassegeflügelzüchter Ried bedankte sich stellvertretend für alle Züchter bei der Stadt Lampertheim für den kleinen Ehrenabend und die Form der Würdigung. Davon wolle sie auch auf Landes- und Bundesebene berichten.

Die Spargelstadt sei noch eine der wenigen Kommunen, welche die Leistungen von Züchtern in solchem Maße würdige, betonte auch Bürgermeister Gottfried Störmer. Seit 1989 vergibt die Stadt jährlich Auszeichnungen für die besten Hobbyzüchter, die ihren Wohnsitz in Lampertheim angemeldet haben oder einem Lampertheimer Verein angehören. Kommerzielle Züchter werden dabei bewusst nicht berücksichtigt.

„Auch wenn das Interesse an der Tierzucht überschaubar zu sein scheint, wollen wir an dieser Tradition festhalten“, sagte Störmer. Für den Rathauschef gehört eine Züchterehrung genau wie Ehrungen für Sportler und Kulturtreibende zur Arbeit der Stadt dazu.

Seltene Höchstnote

Für eine Auszeichnung, so der Rathauschef, müssten die Züchter aus der Spargelstadt nicht nur hessenweit, national oder international Tiere ausstellen, sondern auch mindestens die Note „vorzüglich“ oder „hervorragend“ erhalten.

Das schafften die fünf zu ehrenden Lampertheimer Züchter allesamt, viele von ihnen mehrfach. Kai Schnellbächer, die nicht nur im Kreisverband, sondern auch im Hofheimer Kleintierzuchtverein Mitglied ist, stach besonders heraus: Sie konnte gleich mit drei verschiedenen Tieren die Note „hervorragend 96“ erringen. Ihr Stargarder Zitterhals in Gelb, eine Taubenart, erreichte bei der Landesverbandsschau gar die seltene Höchstnote „vorzüglich 97“. Dafür erhielt die Züchterin nicht nur das Hessenband, sondern wurde auch hessische Meisterin.

Für ihre Leistungen erhielten die Züchter einen Gutschein über 30 Euro für entsprechende Fachliteratur oder etwa Tierfutter. Mit der Zucht sei aber nicht nur Spaß, sondern auch ein Dienst an der Allgemeinheit verbunden. „Wir erhalten damit nicht nur ein jahrhundertealtes Kulturgut, sondern auch das Erbgut vieler Tiere“, erklärte Schnellbächer. So haben sich etwa die Rassegeflügelzüchter auch den Erhalt der vielen verschiedenen Arten auf die Fahnen geschrieben. ksm

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