Lampertheim

Ermutigende Beteiligung

Uwe Rauschelbach über den Lärmschutz an den Bahngleisen

 

Ob das Eisenbahn-Bundesamt die Lücke in der Lärmschutzwand an den Gleisen zwischen der Industriestraße 39 und der Boveristraße schließen wird, ist fraglich. Laut dem Sprecher der Lampertheimer Bürgerinitiative „Lebensraum vor ICE-Trasse“ (Bila), Ulrich Guldner, wird die Lücke damit begründet, dass die Züge in diesem Streckenabschnitt lediglich Gewerbebetriebe passierten, aber keine Wohngebiete.

Doch inzwischen geht die Bürgerinitiative von einer Steigerung des Güterverkehrs um das Zwei- bis Dreifache aus, der die Riedbahn belasten wird – spätestens dann, sollte die geplante Neubaustrecke als reine Schnellbahntrasse genutzt werden. Deshalb haben die am Beteiligungsforum der Bahn rund um die Trassenplanung vertretenen Bürger und Kommunen den Lärmschutz an den Gleisen auch an die Spitze ihrer Agenda gesetzt. Für die Bila ermutigend ist die Beteiligung der Lampertheimer Bevölkerung am aktuellen Lärmaktionsplan des Eisenbahn-Bundesamtes: Dort hat man 863 Bürger registriert, die sich über konkrete Auswirkungen von Bahnlärm auf Lampertheimer Gemarkung geäußert haben – nach Düsseldorf die deutschlandweit zweithöchste Beteiligungsquote.

Die Befragungsergebnisse sind nicht verbindlich für die Bahn, es lassen sich keine Rechtsansprüche ableiten. Die Ergebnisse liefern allenfalls gewisse Parameter für künftige Strecken- und Lärmschutzplanungen. Gleichwohl ist die Lampertheimer Bürgerbeteiligung als wichtiges Signal gegenüber der Bahn zu werten, dass diese dem Ausbau des Lärmschutzes an ihren Gleisen in Zukunft ein hohes Maß an Aufmerksamkeit zu widmen haben wird.

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