Lampertheim

Karneval Hofheimer über Lampertheimer erbost

„Fastnacht darf viel, aber das ging zu weit“

Archivartikel

Lampertheim/Hofheim.Während der Hofheimer Carneval-Verein (HCV) mit zwei ausverkauften eigenen Prunksitzungen, der proppenvollen Kinderfastnacht und der erstmals ausverkauften Hexennacht seine erfolgreichste Kampagne überhaupt bestritt, kam es am Fastnachtswochenende zu einem unrühmlichen Zwischenfall. Der Besuch einer HCV-Delegation und der Garde auf der Sitzung des Carnevals-Gremiums des TV in Lampertheim endete beim Protokoll von Steffen Götz mit einem Eklat.

Um 19.38 Uhr verließ die Delegation um Sitzungspräsident Alexander Scholl und HCV-Finanzchef Volker Hildebrand konsterniert den Saal, auch zum Auftritt der HCV-Garde kam es nicht mehr. „Fastnacht darf viel, wir sind auch kritikfähig, aber das ging zu weit“, so Alexander Scholl gegenüber unserer Zeitung. Als „Bagasch vun Howwe“ wollten die HCV’ler weder sich, ihr eigenes Publikum, die hiesige Presse noch den Stadtteil bezeichnen lassen, nachdem Protokoller Steffen Götz in Anspielung auf einen durchaus scharfen „Till vom HCV“ eine scheinbare Gleichsetzung mit Vorkommnissen von vor 80 Jahren vorgenommen und auf Hofheim heruntergebrochen hätte. „Das verbitte ich mir“, so Alexander Scholl, dessen Bruder Markus den „Till vom HCV“ verkörpert.

CGT-Regisseurin und TV-Vorsitzende Sabine Gärtner kann die Reaktion der Hofheimer Karnevalisten nicht nachvollziehen. Eine Delegation des Carneval-Gremiums habe die Prunksitzung des HCV besucht. Dort habe Markus Scholl als Till derbe Formulierungen für die Lampertheimer Fastnachter gebraucht, die an das Vokabular vom Stile einer Partei wie der AfD erinnert hätten. Protokoller Steffen Götz habe den Hofheimern daraufhin lediglich den Spiegel vorgehalten. Dies sei von den Karnevalisten des Stadtteils offenbar missverstanden worden.

„Ich stehe voll hinter Steffen Götz“, sagt Gärtner auf Anfrage: „Denn wenn man austeilt, muss man auch einstecken können.“ Grenzen des karnevalistischen Humors gibt es für die TV-Chefin allerdings bei sexistischen oder rassistischen Zuspitzungen. fh/urs

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