Lampertheim

Corona Rot-Weiße Narren treffen bittere Entscheidung

Fastnachter blasen Kampagne ab

Archivartikel

Lampertheim.Ist bald Schluss mit lustig? Luftschlangen und Konfetti bleiben in der Verpackung und die Kostüme sowie Uniformen im Schrank. Es werden keine fröhlichen Fastnachtslieder gespielt oder gesungen. Geschweige dem ein kräftiges „Helau“ geschmettert. Es wird sich kein närrischer Lindwurm durch Lampertheims Innenstadt schlängeln, das Stadthaus bleibt von Narren unbesetzt, es wird kein kunterbuntes Treiben für die kleinen Karnevalisten in der Zehntscheune geben und es wird auch keine neue Fastnachtsprinzessin gekrönt werden.

Die Corona-Pandemie macht nun auch den kleinen und großen Fastnachtern und deren Anhängern einen dicken Strich durch die Rechnung. Die Narren des 1. Carneval-Clubs Rot-Weiß 1956 (CCRW) Lampertheim haben lange beratschlagt. Doch nun hat der Vereinsvorstand mit seinem Vorsitzenden Freddy Herweck, seiner Stellvertreterin Jesina Litters und der Schatzmeisterin Ingvelde Huthoff bekannt gegeben, dass die Kampagne 2020/2021 ausfällt.

„Dieser Schritt ist uns nicht leicht gefallen“, erklärt Schriftführerin Saskia Kern. Schließlich wolle man nicht eine Infektionskette bilden. Die Verhaltensregeln für den Schutz vor dem Coronavirus seien nicht einzuhalten. „2020 ist für uns alle kein leichtes Jahr, nichts scheint so, wie es einmal war“, sagen die Vorstandsmitglieder mit trauriger Miene. Die Vereinigung der Badisch-Pfälzischer Karnevalsvereine, in der der Verein Mitglied ist, habe ihren Mitgliedsvereinen empfohlen, die Kampagne abzusagen, um keine finanziellen Risiken einzugehen.

„Risiko einfach zu hoch“

„Das Risiko ist für uns und unsere Besucher zum jetzigen Zeitpunkt einfach zu hoch. Ebenso betrifft das unsere Planung, die eigentlich bereits im vollen Gange wäre,“ so der Vorstand. Der CCRW absolviert stets einen langen Narrenfahrplan und benötigt dafür eine intensive Vorbereitungszeit. Beispielsweise müssen die Tanzmariechen und die Tanzgruppen proben.

Weil es keine neue Stadtprinzessin geben wird, geht die amtierende Stadtprinzessin Julia I. in die nächste hoheitliche Runde. Sie wird ihr närrisches Amt bis zum 11.11.2021 verlängern. „Wir wissen wir nicht, wie es in einigen Monaten aussehen wird. Deshalb mussten wir so entscheiden und hoffen auf euer Verständnis“, betonen die Fastnachter: „Wir bitten euch von Herzen, die Entscheidung zu respektieren und in den sozialen Netzwerken bei sachlichen Kommentaren zu bleiben. Denn wenn wir mit dieser Maßnahme nur eine Neuinfektion vermeiden können, dann haben wir – für uns alle – die richtige Entscheidung getroffen. Bleibt gesund!“ roi

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