Lampertheim

Parteien Bundestagsabgeordneter Till Mansmann informiert sich bei einer Fährfahrt über Situation am Lampertheimer Altrhein

FDP hofft auf Unterstützung aus Berlin

LAMPERTHEIM.Kapitän Werner Reuters hat ein breites Grinsen im Gesicht, als seine Frau Ursula das dicke, blaue Tau vom Steg löst. Schließlich hat sich der Kapitän dieses Mal nicht irgendeinen Gast auf seine Fähre „Frischling“ geholt, sondern einen mit maritimer Vergangenheit und Leidenschaft. Das Leben des Heppenheimers Till Mansmann spielt sich zwar seit seinem Einzug in den Bundestag im vergangenen Jahr hauptsächlich im politischen Berlin ab, mit Booten und Schiffen kennt er sich dennoch bestens aus.

„Ich habe zwei Jahre lang bei der Marine gedient“, erzählt er, als die Fähre in den Altrhein sticht. Auch den Segel- und Motorbootführerschein besitzt der Bundestagsabgeordnete, das Segeln und Funken zählt er heute noch zu seinen Hobbys. So kann er mit dem langjährigen Kapitän etwas Fachsimpeln - und darf auch mal ans Steuer.

Vom „Alten Hafen“ aus biegt die Fähre in den Neurhein und schippert bis an eine Anlegestelle hinter der Wormser Rheinbrücke.

„Hier bin ich allerdings noch nicht auf dem Wasser unterwegs gewesen“, berichtet der Freidemokrat mit Blick auf den sumpfgrünen Altrhein. „Es lohnt sich“, prognostiziert Ursula Reuters gleich zu Beginn. Die rund zweistündige Hin- und Rückfahrt ist eine kleine Reise durch die frühsommerliche Flora und Fauna an Alt- und Neurhein. Während das trübe Wasser gemächlich gegen den Bug plätschert, haben es sich Wasservögel gemütlich gemacht. Wer genau hinschaut, kann im Naturschutzgebiet auch den schwarzen Komoran entdecken.

Unterdessen gibt es von den Reuters allerlei Wissenswertes und so manche Anekdote über die lokalen Naturbesonderheiten und den Schiffsverkehr. Dass die Fähre überhaupt wieder fahrtüchtig ist, war nur durch eine umfassende Reparatur möglich. Bei einer der letzten Fahrten im vergangenen Jahr hatte unter Wasser schwimmendes Treibgut Ruderanlage und Antrieb stark beschädigt.

Mit an Bord sind neben dem Bundestagsabgeordneten auch eine Abordnung von lokalen Parteikollegen und Bekannten. Jörgen Anlauff von der Altrhein-Initiative und der langjährige FDP-Stadtverordnete Helmut Hummel wollen Mansmann für die Lampertheimer Interessen sensibilisieren. Zustande gekommen ist die Fährfahrt durch ein Treffen der Reuters mit Mansmann in Berlin. Über den Wirtschafts- und Verkehrsverein habe es eine Einladung nach Berlin gegeben.

Obwohl der Heppenheimer noch nie auf dem Lampertheimer Altrhein unterwegs war, ist er sich der heiklen Problematik in Sachen Entschlammung durchaus bewusst. „Es gab deshalb auch schon ein Treffen mit Bürgermeister Gottfried Störmer. Er hat deutlich gemacht, wie kompliziert die Lage ist und wie sehr hier Zuständigkeiten hin- und hergeschoben werden“, so Mansmann. „Die Hauptaufgabe muss es sein, den Bund zu bewegen, hier tätig zu werden“, findet Hummel.

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