Lampertheim

Kommunalpolitik Liberale stellen Liste für Stadtverordnetenversammlung und Ortsbeiräte auf / Bekannte Namen wie Bittner und Hummel auf hinteren Plätzen

FDP wählt Fritz Röhrenbeck zum Spitzenkandidaten

Lampertheim.Mit Fritz Röhrenbeck als Spitzenkandidat zieht die Lampertheimer FDP in den Wahlkampf 2021. Der Aufstellungsparteitag wählte den 29-jährigen Finanzberater im Foyer der Hans-Pfeiffer-Halle mit zwölf zu zwei Stimmen und einer Enthaltung an die Spitze der Liste für die Stadtverordnetenversammlung.

Die „sehr erfolgreiche Zusammenarbeit“ der vergangenen fünf Jahre in der sozialliberalen Koalition will Röhrenbeck – sollte es das Ergebnis der Kommunalwahlen im März zulassen – fortsetzen. Mit dem bisherigen Fraktionsvorsitzenden und stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher Thomas Bittner (53) sowie dem Ehrenvorsitzenden Helmut Hummel (79) treten indes zwei prägende Lampertheimer Liberale mit Listenplatz neun und zehn stärker in den Hintergrund. Damit nimmt der Generationswechsel in der FDP weiter an Fahrt auf.

Trotz ihres vergleichsweise hohen Listenplatzes scheint der Wiedereinzug ins Stadtparlament für die beiden prominenten Lokalpolitiker nicht unmöglich. Sowohl Bittner, der die Fraktion seit 2006 führt und für den als Einzigen alle 15 Stimmberechtigten mit Ja votierten, als auch Helmut Hummel, der mit wenigen Unterbrechungen seit den 60er Jahren in der Stadtverordnetenversammlung sitzt, ist das Vorrücken auf der Liste durch Personenstimmen durchaus zuzutrauen. Dafür braucht die Partei aber wohl ein ähnlich gutes Ergebnis wie 2016, als die FDP mit rund 16 Prozent und sieben Sitzen drittstärkste Kraft wurde.

Fritz Röhrenbeck steht zwar für eine neue, junge Generation – ein politisch unbeschriebenes Blatt ist er aber längst nicht mehr. Schon zu Schulzeiten am LGL engagierte er sich bei den Jungen Liberalen, mit 19 Jahren wurde er Stadtverordneter. Zuletzt avancierte er zum Vorsitzenden des Stadtentwicklungs-, Energie- und Bauausschuss und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden. Hinter dem neuen Spitzenkandidaten reihen sich ebenfalls bekannte Gesichter ein. Auf den Plätzen zwei und drei folgen der auf Kreisebene erfahrene Gernot Diehlmann und Betriebswirtin Stefanie Teufel. Mit Andreas Beth und Gottlieb Ohl folgen zwei prominente Magistratsmitglieder. Die erneute Kandidatur von Bittner und Hummel habe ihn, so Röhrenbeck, viel Überredungsarbeit gekostet.

„Wenn es der Wählerwillen hergibt, wollen wir die gute Koalitionsarbeit mit der SPD fortführen“, kündigte der Spitzenkandidat an. Er blickte auf „fünf sehr erfolgreiche und für Lampertheim fruchtbare Jahre“ zurück. Daran ändert aus seiner Sicht auch die brisante Causa Erster Stadtrat nichts. „Es ging uns nie um die Zusammenarbeit mit der SPD, sondern nur um die Person Jens Klingler“, betonte Röhrenbeck.

In der Bilanz der sozialliberalen Koalition liest Röhrenbeck eine liberale Handschrift. Er hob insbesondere den Kostendeckungsgrad der Kitagebühren auf 20 Prozent hervor, den man gegen kritische SPD-Stimmen durchgesetzt habe. Die Neuausrichtung des Stadtmarketings kommt für seinen Geschmack in der öffentlichen Wahrnehmung zu schlecht weg. „Ja, wir hatten einen holprigen Start und es gibt noch viel Arbeit. Aber wir haben auch viele positive Veränderungen erzielt“, so Röhrenbeck. Christopher Hörst vom Kreisverband machte die Lampertheimer Kollegen darauf aufmerksam, sie müssten aller positiven Regierungsarbeit zum Trotz stärker wahrgenommen werden. ksm

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