Lampertheim

Rekord Lampertheimer Brandschützer mussten im Juli 53 Mal ausrücken – so oft wie noch nie zuvor in einem Monat

Feuerwehr nahezu im Dauereinsatz

Lampertheim.Nicht nur die Hitze brach im Juli alle Rekorde, sondern auch die Einsatzzahlen der Freiwilligen Feuerwehr Lampertheim (FFW) nahmen vorher nie erreichte Ausmaße an. Wie der stellvertretende Stadtbrandinspektor Rainer Jakob mitteilte, handelt es sich mit 53 Alarmierungen in einem Monat um einen „historischen Höchststand“ seit Bestehen der Wehr im Jahre 1879.

18 Brandalarmierungen, 31 technische Hilfeleistungen und vier Alarme für den Einsatzleitwagen 2 des Kreises Bergstraße führten die Mannschaft durchschnittlich alle 14 Stunden „an den Rand des Machbaren“, so Jakob. Dennoch sei die Eisatzbereitschaft immer gewährleistet. Selbst wenn die eigenen Kapazitäten erschöpft wären – „denn dann können wir auf überörtliche Kräfte zurückgreifen“, erklärte Jakob und unterstrich in dem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit mit der Mannheimer Berufsfeuerwehr und der Feuerwehr in Worms.

„H1 - Hilfeleistung klein“ lautete das Einsatzstichwort, das die Einsatzkräfte der Lampertheimer Feuerwache Mitte am vergangenen Mittwoch zu ihrem 53. Einsatz im Juli alarmierte. Dieser markierte nicht nur einen neuen Rekord für die Gesamteinsatzzahl innerhalb eines Monats, sondern bedeutete auch eine Steigerung von weit mehr als 100 Prozent gegenüber den Monatszahlen der vorigen drei Jahre. Im „heißen“ Sommermonat Juli seien die Einsatzzahlen regelrecht „explodiert“, so Jakob.

Eine Feuerwehr, die mit 80 ehrenamtlichen Helfern weit über 900 Stunden Einsatzdienst leiste und das gesamte Spektrum der Alarmstichworte abarbeite, kenne ihre Grenzen ganz genau, so Jakob weiter. Im Rekordmonat Juli gab es alleine acht Großbrände, einen Gefahrguteinsatz auf dem Bahngelände, einen Verkehrsunfall mit zwei Toten sowie Einsätze zur Unterstützung bei der Evakuierung einer Musikveranstaltung und der Berufsfeuerwehr Mannheim bei einem Hochhausbrand. Gerade bei den Großalarmen und Paralleleinsätzen zum Schutz der Bevölkerung und von Hab und Gut sei die Wehr mit ihrem gesamten Know-how gefordert. Es seien schnelle Entscheidungen durch den Leitungsdienst der Feuerwehr gefragt. „Da steckt eine Riesenlogistik dahinter“, betonte der langjährige Brandschützer.

Jakob wies außerdem darauf hin, dass in den Sommermonaten, durch die Wetterlage bedingt, Einsätze unter extremen Wetterschwankungen (Regen, Sturm, Hagel und Temperaturen weit über 30 Grad) abzuarbeiten und die Einsatzkräfte starken physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt seien.

Nach Einsätzen mit Todesopfern werde den betroffenen Feuerwehrleuten immer eine psychologische Betreuung angeboten. In der Regel melde sich dafür aber niemand, sondern „die Einsatzkräfte besprechen das eher untereinander“, so Jakobs Erfahrung.

Doch nicht alleine die Einsatzzahlen forderten die Frauen und Männer der Lampertheimer Feuerwehr. „Sie versehen ihren Dienst am Nächsten in ihrer Freizeit als Ehrenamtliche und müssen Tag und Nacht einsatzbereit sein“, verdeutlichte Rainer Jakob. Dafür gebe es traditionell auch von Arbeitgeberseite, meist aus der Industrie, einen großen Rückhalt. „Da hatten wir zum Glück noch nie Probleme“, lobte er.

Der hohe Ausbildungsstand der FFW Lampertheim helfe den Aktiven dabei, das Einsatzspektrum zu bewältigen. Wöchentliche Ausbildungsabende in Theorie und Praxis gehörten genauso zum „ Freizeitvergnügen“ wie die Unterhaltung des Geländes rund um das Technische Zentrum in der Florianstraße sowie Prüfung, Wartung und Reparatur der Fahrzeuge und Einsatzgeräte. Aktuell wurden speziell für die Reinigung, Trocknung, Prüfung und eventuelle Ausbesserung der Feuerwehrschläuche mehr als 20 Stunden Arbeitszeit aufgebracht – und mehr als 1000 Meter Schlauchlänge verarbeitet. Jakob machte noch darauf aufmerksam, dass es der erfolgreichen Kinder- und Jugendarbeit durch engagierte Ausbilder in Lampertheim und den Stadtteilen zu verdanken sei, dass der Nachwuchs für die Einsatzabteilung rechtzeitig an seine späteren Aufgaben herangeführt werde. lex

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