Lampertheim

„Schlagerhasen“ Begeisterung beim Konzert in Lampertheim

Feuriger Calypso im Schwanensaal

Archivartikel

Lampertheim.Vielleicht sind die Besucher noch feiermüde? Schließlich ist das Jahr noch jung, und zum Jahreswechsel haben es viele Feiernde ordentlich krachen lassen.

Die Zweifel der Organisatoren der Veranstaltung „Schlagerhasen“ mit Hans-Jürgen Götz (Schlagzeug), Helmut Wehe (Gitarre und Gesang) und der Musiker-Initiative Lampertheim waren allerdings völlig unbegründet. Eine große Besucherschar, die dieses Musikgenre reizvoll findet und sich in bester Partystimmung befand, kam am zweiten Tag des neuen Jahres in den Lampertheimer Schwanensaal und feierte dort die Bühnenakteure. Die boten den Zuhörern die großen Klassiker des deutschen Schlagers aus den 1950er bis 1970er Jahren.

Der Sänger Thomas Wörner hatte aus seiner alten Heimat Mannheim-Schönau ebenso eine feierlustige Fangemeinde mitgebracht, wie der Brühler Musiker Andreas Haberer aus den USA. Von der ersten Note an war die Stimmung im Saal großartig. Die Musikfans sangen lautstark mit, tanzten, klatschten im Takt und amüsierten sich köstlich über die Darbietungen der Musiker.

Aparte Kleidung auf der Bühne

Auffällig war, dass die Auftritte geschickt mit Showelementen untermalt waren. Dabei waren beispielsweise die genretypischen Kostüme der Musiker ein wichtiger Aspekt. Damals habe man sich auch im Alltag elegant gekleidet, betonte Helmut Wehe. Und deshalb spielten auch die Musiker wie aus dem Ei gepellt auf.

So hatte sich etwa Wehe ausgehfein, mit roter Fliege zum Jackett, zurechtgemacht und seine weiße, exquisite Gitarre aus dem Instrumentenschrank geholt. Elke Singer, die Sängerin aus Mannheim, hatte ein Kleid mit dem typischen Muster aus Punkten gewählt, das während der 60er Jahre schwer in Mode war. Als Bühnendeko dienten Wohnzimmer-Accessoires jener Zeit, wie das besondere Schätzchen, ein Telefon mit Wählscheibe.

Und weil die Veranstaltung „Schlagerhasen“ hieß, schmückte Hans-Jürgen Götz sein Schlagzeug mit niedlichen Plüschhasen. Wehe stellte Frank Willi Schmidt an der „Oma“ vor, wie der Spitzname für den Kontrabass lautet. Von wegen „babbeln“, als Bühnensprache duldete Wehe augenzwinkernd keinen Dialekt, die feinen Leute sprächen Hochdeutsch. Gesagt, getan: „Nun gut, fangen wir an“, sagte der Lampertheimer Showmaster und präsentierte sich mit seinem Hut, einem Sombrero.

„Wir gehen nach Mexiko“, deutete Elke Singer an. Die Sänger im Rampenlicht, Singer und Wehe stimmten Caterina Valentes „Tipitipitipso“ an, und der Musikerchor bestätigte singend: „Beim Calypso sind dann alle wieder froh im schönen Mexiko.“

Damals hatten die Schlager noch einen lustigen Text, die wie Ohrwürmer weiterwirkten, bekräftigte Singer. Kurz darauf erfreute sie mit Peggy Marchs romantischem Liebeslied „Mit 17 hat man noch Träume“, und die Besucher wiegten sich ergriffen hin und her. „Es gibt noch eine ganze Reihe von Liedern, die von dem Alter 17 handeln“, sagte Wehe und gab Udo Jürgens „17 Jahr, blondes Haar“ zum Besten.

Jubelnde Fans

Das brachte die Musikfans in Jubelstimmung. Thomas Wörner nahm die Gäste singend auf eine Reise mit. „Wir heben ab und fliegen über die Wolken, dort muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“, empfahl der Lampertheimer Sänger mit dem berühmten Lied von Reinhard Mey. Und weiter ging es im Schwanensaal mit den altbewährten Hits der Wirtschaftswunderzeit.

Während Elke Singer „Liebeskummer lohnt sich nicht, my Darling“ der Interpretin Siw Malmquist sang, begeisterte Alex Kiesow mit einem Saxofon-Solo. Ihrer singenden Aussage „Ich will keine Schokolade“, nach Trude Herrs Schlager konnte Wehe nur zustimmen: „Das ist ein Vorsatz für 2020, jetzt gibt es nur noch Müsli.“

„Schön war die Zeit“

Bei „Sugar Baby“ von Peter Kraus rockte der Keyboarder Andreas Haberer den Bühnensteg. Er und Sven Greifenstein beeindruckten mit ihrem Akkordeonspiel. Zu dem Instrument passten damals wie heute vorzüglich Seemannslieder, wie der Freddy Quinn-Schlager „Seemann, deine Heimat ist das Meer“, bei dem die Musiker zu Kapitänsmützen griffen und ein gelungenes Bild von Seefahrern abgaben.

Und als Quinns „Schön war die Zeit“ zu hören war, in dem die Textpassage „Da liegt mein Heimatland“ vorkommt, bekundete Wehe aus vollem Herzen: „Mein Lamberde.“

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