Lampertheim

Biedensand-Bäder Geschäftsführer Klingler informiert über Gründung eines Fördervereins und eines Ausbildungsverbunds

Freibad öffnet bereits am Montag

Lampertheim.Schon der bloße Gedanke löst Frösteln aus: Am kommenden Montag, 15. April, startet Lampertheim in die Freibadsaison. Einen Monat früher als üblich sollen Schwimmer damit die Gelegenheit bekommen, ihren Sport auszuüben, nachdem das Hallenbad Anfang März für ein Jahr geschlossen wurde (wir berichteten).

Seither wurde das Hallenbad ausgeräumt und zurückgebaut, wie der Geschäftsführer der Biedensand-Bäder, Jens Klingler, im Pressegespräch erklärt. Auch wurden über 2000 Kubikmeter Wasser vom Hallenbad in die Freibadbecken gepumpt. Dem Aufsichtsrat der städtischen Bäder-Gesellschaft wurden jetzt die Unterlagen für die Auftragsvergabe von Rohbauarbeiten zur Abstimmung zugesandt.

Warten auf Zuwendungen

Außerdem liegt der Erste Stadtrat mit den Verhandlungen über die Bewilligung von Fördergeldern nach eigenen Worten „in den letzten Zügen“. Entsprechende Zuwendungsbescheide erwartet er in Kürze. So hat Klingler Mittel über das Bundesumweltministerium bei Projektträger Jülich beantragt, die für die Erneuerung der Lüftungsanlage und die Wärme-Rückgewinnung mit maximal 104 000 Euro in Aussicht stehen. Die Sanierung der Beleuchtung kann mit bis zu 15 800 Euro bezuschusst werden.

Über das Landesprogramm SWIM hat Klingler Fördermittel in Höhe von 1,2 Millionen Euro angefordert. Insgesamt addiert sich die Darlehenssumme auf 2,5 Millionen Euro – von 3,3 Millionen Euro geschätzten Sanierungskosten. Noch bleiben die Eintrittspreise stabil; inwieweit sie nach vollendeter Sanierung anzupassen wären, wird laut Klingler zu gegebener Zeit geprüft werden müssen.

Unterdessen will sich voraussichtlich im Sommer ein Förderverein Biedensand-Bäder Lampertheim konstituieren, in dem sich engagierte und interessierte Badnutzer für den Erhalt der Schwimmstätte einsetzen. Dies nicht in erster Linie finanziell, sondern eher durch ideelle Unterstützung, wie Klingler betont. Etwa mit der Förderung des Schwimmunterrichts oder mit effizienter Öffentlichkeitsarbeit. Mit der Gründung eines solchen Vereins soll sich die Diskussion über das Für und Wider eines Erhalts der Bäder erübrigen, hofft der Geschäftsführer.

Auch auf interkommunaler Ebene werden die Biedensand-Bäder voraussichtlich einen weiteren Stützpfeiler erhalten. So prüft Lampertheim gemeinsam mit den Kreiskommunen Lindenfels und Heppenheim die Bildung eines Verbunds zur Ausbildung von Schwimm-Meistern. Während Lindenfels und Heppenheim lediglich über Freibäder verfügen, kann Lampertheim mit dem Hallenbad eine zusätzliche Ausbildungsstätte anbieten. Der Beitritt Bürstadts – dort gibt es ebenfalls nur ein Freibad – zu einem solchen Verbund scheint wahrscheinlich. Klingler erhofft sich über die Vernetzung von Kommunen, die eigene Bäder unterhalten, insgesamt eine Stärkung des wirtschaftlich immer fragwürdiger werdenden Bäderbetriebs. Ob ein Zusammenschluss auf dieser Ebene dereinst in die Gründung eines interkommunalen Eigenbetriebs münden könnte, will Klingler zumindest nicht ausschließen.

Liegen zum Verleihen

Mit dem Beginn der Freibadsaison kann der Lampertheimer Bäder-Chef einige Neuerungen offerieren: die Renovierung und Vernetzung von Wegen auf dem Freibadgelände, ein Schwimmerbecken, das den Winter schadlos überstanden hat, und die Aufstockung der mietbaren Spinde um zwölf auf 64. Seit Sommer 2017 können die Freibadgäste Sonnenschirme gegen Gebühr leihen; ab Sommer werden zusätzlich 24 Liegen angeboten.

Obendrein wurden auf dem Freibadgelände 24 Bäume neu gepflanzt – der extrem trockene Sommer 2018 hat Spuren der Vernichtung hinterlassen, die nun durch Anpflanzungen getilgt werden sollen.

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