Lampertheim

Fastnacht Heutiger Start fällt der Corona-Pandemie zum Opfer / Närrinnen und Narren des 1. Carneval-Clubs Rot-Weiß dennoch nicht verzagt

„Freuen uns schon auf die nächste Kampagne“

Archivartikel

Lampertheim.Das Karnevalvirus konnte dem Coronavirus nicht die Stirn bieten. Die närrische Kampagne fällt komplett aus – ob Straßenfastnacht, Ordensfeste, Sitzungen, Weiberfastnacht oder Kinderveranstaltungen. Es werden also keine fröhlichen „Helau“-Rufe und Stimmungslieder erschallen, das kunterbunte Konfetti bleibt in der Tüte und die Fastnachtskostüme hängen im Schrank.

Für den 1. Carneval-Club Rot-Weiß (CCRW) 1956 Lampertheim ist die Fastnachtspause aufgrund der Corona-Pandemie besonders bitter. „Da die Fastnacht ausfällt, inthronisieren wir keine Thronfolgerin von Prinzessin Julia I. Sie wird noch eine Amtszeit dranhängen“, lässt Sitzungspräsident Markus Gutschalk wissen: „Uns fehlt einfach etwas, denn normalerweise sind wir um diese Zeit schon unterwegs und besuchen andere Fastnachtsvereine. Aber es ist die richtige Entscheidung, die diesjährige Kampagne abzusagen.“ Ärgerlich sei, dass die belgischen Freunde nicht wie gewohnt kommen dürfen und eine Abordnung des CCRW nicht zu Besuch nach Belgien fahren darf. „Da müssen wir alle, zum Wohle unserer Mitmenschen und unserer eigenen Gesundheit, in den sauren Apfel beißen und pausieren. Bis zur darauffolgenden Kampagne haben wir genügend Zeit für die Planung und Vorbereitung“, betont Sitzungspräsident Gutschalk.

Da die CCRW-Fastnachter im Allgemeinen einen langen Narrenfahrplan bewältigen, sind umfangreiche Vorkehrungen erforderlich. „Unter den bestehenden Hygieneregelungen und Einschränkungen sind solche Feste undenkbar“, sagt Freddy Herweck, der Vorsitzende des CCRW. „Obendrein liegt uns an der Gesundheit unserer Mitglieder und Gäste“, betont er: „Deshalb hat der Vorstand auch die Jahreshauptversammlung, die am 11. November stattfinden sollte, abgesagt.

Einnahmen fehlen

Allerdings sei der Ausfall der närrischen Veranstaltungen eine finanzielle Katastrophe für den Verein. „Die Einnahmen fehlen uns“, bestätigt Herweck. Der traditionelle Karnevalverein hat sich ebenfalls zum Ziel gesetzt, Tanz-Garden zu fördern und zu unterstützen. Die Verantwortlichen würden auch gerne den üblichen Trainingsbetrieb durchführen. Bis Anfang dieses Monats hat die Minigarde fleißig trainiert. „Ich habe mir ein Training in der Hans-Pfeiffer-Halle angesehen. Die Beteiligten setzten das strenge Hygienekonzept um und verhielten sich sehr diszipliniert“, bestätigt der Vereinsvorsitzende.

„Für die Kinder ist es sehr traurig, dass sie jetzt wieder nicht tanzen dürfen. Sie hatten sich so gefreut, wieder trainieren zu können“, sagt Rita Irrgang, Trainerin der Minigarde. Die Tanzmariechen des CCRW, Shalin Gündling und Yara Richter, nutzen das Online-Training als Möglichkeit, um durch die Krise zu kommen. Sie halten sich von Zuhause aus fit. Auch die Fachnärrin für den Kindermaskenball, Jessina Litters, bedauert, dass die rot-weißen Narren das Brauchtum in dieser Kampagne nicht vermitteln können. „Es macht mir und den Helfern viel Spaß, die kleinen Narren für ein paar Stunden zum Lachen zu bringen. An dem Nachmittag können sie mal so richtig toben, auch rumschreien und vor allem sich bewegen“, erklärt Litters.

In die Zukunft schauend sagt sie: „Wir holen das Ganze aber in der Kampagne 2021/2022 nach. Ich freue mich schon riesig darauf.“ Und Freddy Herweck unterstreicht: „Es ist nur ein Aufschub. Wir schlafen in der Pause nicht, sondern arbeiten auf die nächste Fastnachtsaktion hin.“

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