Lampertheim

Martin-Luther-Gemeinde Gottesdienst und Empfang

Frieden als „wichtigste Aufgabe“

LAMPERTHEIM.Die evangelische Martin-Luther-Gemeinde hat das neue Jahr mit einem Gottesdienst und Neujahrsempfang eingeläutet. Pfarrer Ralf Kröger wandte sich mit einer emotionalen Predigt für den Einsatz von Frieden und Miteinander an die Gemeinde. Im Anschluss wählten die Gottesdienstbesucher ihr schönstes Gemeindebild aus dem vergangenen Jahr.

Rund zwei Dutzend Gemeindemitglieder waren zum Neujahrsgottesdienst am Dienstagnachmittag gekommen. Der gemeinschaftliche Gesang verlor sich in der großen Kirche. „Ein neues Jahr beginnt, neue Anfänge warten auf uns“, empfing sie Pfarrer Kröger. Die Zukunft sei ungewiss und man stehe zu Jahresbeginn vor vielen Fragen und neuen Herausforderungen. Nur eines bleibe immer gewiss: „Jesus ist bei uns bis ans Ende aller Tage.“

In seiner eindringlichen Predigt lehnte sich Kröger an die Geschichte von David und Goliath an. Der Legende nach wurde aus dem kleinen Hirtenknaben nach seinem Sieg über den Riesen Goliath ein großer Krieger. Weil ihn aber jeder König fürchtet, findet er nirgends Zuflucht. Des Kämpfens müde zieht sich David in eine Höhle zurück. Dort lobt er Gott nach biblischer Überlieferung im 34. Psalm trotz seiner ausweglos erscheinenden Lage. Daraus entstammt auch die Jahreslosung 2019: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ David sei „gerade noch davon gekommen“ und lobe dennoch Gott.

Nicht in Kriegsrhetorik verfallen

„Im vergangenen Jahr haben wir uns vielleicht manchmal ähnlich gefühlt. Aber haben wir nicht eigentlich ein gutes Leben? Sollten wir nicht auch Gott dafür loben?“, wandte sich der Pfarrer an die Gemeinde. Er warnte – aus aktuellem Anlass, wie er betonte – nicht in die Sprache des Krieges zu verfallen und auf Schwächen und Unterschiede zu pochen, sondern sich wieder für Gemeinsamkeiten einzusetzen. „Es gibt genügend Kriege und Konflikte. Selbst in unserem Land scheint der innere Frieden bedroht“, sagte Kröger. Das Gegeneinander werde attraktiver, der Einsatz fürs Miteinander als „naives Gutmenschentum“ abgetan. Deshalb sei die wichtigste Aufgabe für 2019, sich für Frieden und Gemeinsamkeiten einzusetzen.

Im Anschluss gab es noch einen Empfang unter der Empore. Hier konnten die Gemeindemitglieder auch das Bild des Jahres 2018 wählen. Jeder hatte fünf Stimmen zu vergeben, dem Siegerbild widmet die Gemeinde die übernächste „Kurier“-Ausgabe und eine eigene Andacht. ksm

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