Lampertheim

Musik Chor der Dekanatskantorei Ried begeistert Zuhörer mit gesanglicher Vielfalt – passend zur Jahreszeit / Szenenapplaus für Pianistin Ju-Hee Oh

„Frühling lässt sein blaues Band“ in der Domkirche

Archivartikel

Lampertheim.Lob und Bewunderung hätten kaum stärker ausfallen können: Die Sängerinnen und Sänger des Dekanatchores mit ihrer Leiterin Heike Ittmann und die Pianistin Ju-Hee Oh wurden am Schluss des Konzertes der Dekanatskantorei Ried mit stehendem Applaus bedacht. Die Besucher feierten die Akteure und alle gemeinsam den Frühling. Denn der „lässt sein blaues Band…“ – so der Titel des Konzertes, in dessen Mittelpunkt Lieder und Werke zum Frühling und zum Lob der Schöpfung stehen. Der Altarraum der Domkirche hatte sich in eine große Bühne verwandelt. Und weil der Frühling freudig begrüßt wurde, tanzten auch am Abend noch Sonnenstrahlen durch die Kirchenfenster.

Die Musikfreunde waren von der raffinierten Mischung des Programms entzückt und staunten über die Vielfalt der Werke. Schließlich werden seit Jahrhunderten Frühlingslieder gesungen und jeder Schöpfer, den der Lenz inspiriert, gibt seinem Stück einen ganz eigenen Charakter. Der Chor meisterte diese Vielseitigkeit eindrucksvoll und überzeugte mit Wandlungsfähigkeit und Aussagekraft. Es wurde kraftvoll und emotional gesungen.

Grau verwandelt sich in Grün

Jedes Jahr aufs Neue sei es wundervoll, wenn sich das Grau der Natur in ein Grün verwandele und die Welt erwache, schwärmte auch Heike Ittmann. „Alle Knospen warten nur auf deinen Wink“, sang der Chor über den Frühling – eine Komposition von Georg Vierling mit Text von Heinrich Lingg. Dann bat er: „Komme doch einmal, Frühling“, und in Erwartungshaltung jauchzten die Sängerinnen und Sänger das „Halleluja“.

Fast jeder Chorgesang wurde von Pianistin Ju-Hee Oh begleitet. Und das sehr einfühlsam, um den Gesang nicht zu übertönen. Sie erfreute aber auch mit ihrem leidenschaftlichen Solospiel, mit den ersten drei Balladen von Frédéric Chopin und einer Arabeske von Robert Schumann. Ihre exzellent dargebotenen Stücke honorierten die Konzertbesucher mit Szenenapplaus. Chormitglied Stefan Klein rezitierte Hermann Hesses Gedicht „Voll Blüten steht der Pfirsichbaum“. Der Chor jubilierte „Schön ist das Fest des Lenzes“, ein Werk von Robert Schumann, und stimmte später mit lieblichem Gesang „I believe in Springtime“ von John Rutter an.

Erst verhalten, dann stimmgewaltig erschallte Cat Stevens’ bekanntes „Morning has broken“, nach einem Arrangement von Matthias E. Becker. Besonders lebendig erklang Robert Schumann’s „Zigeunerleben“, op. 29 Nr. 3, Text von Emanuel Geibel. Heiter weiter ging es mit „Now is the month of maying“ von Thomas Morley.

Glücksgefühle machten sich breit, die die Besucher mit ihrem Applaus signalisierten. Doch das Finale stand noch bevor: Pianistin Ju-Hee Oh bekam ein Körbchen Spargel geschenkt, also echtes Lampertheimer Frühlingsgemüse, und der Chor sang dazu „Veronika, der Lenz ist da“.

Für süffige Gaumenfreuden sorgte der Förderverein Domkirche, der nach dem Konzert „Lukastropfen“ ausschenkte. So klang ein frühlingshafter Abend für alle Sinne im Freien aus. roi

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