Lampertheim

Altersjubiläum Lampertheimerin Katharina Wiegand feiert 100. Geburtstag an kuriosem Datum

„Fühle mich heute wie 20“

Archivartikel

Lampertheim.Einen ganz besonderern Geburtstag an einem ganz besonderen Datum feierte die Lampertheimerin Katharina Wiegand. Am 02.02.2020 wurde sie 100 Jahre alt. „Bei so vielen Zweiern fühle ich mich heute gleich wie 20“, scherzte die Jubilarin, die sich auch für ihr wahres Alter fit fühlt und ihren Ehrentag sichtlich genoss.

Zu den zahlreichen Gratulanten gehörte natürlich auch Bürgermeister Gottfried Störmer. Er überbrachte die Glückwünsche der Stadt Lampertheim. Gefeiert wurde im Kreis der Vier-Generationen-Familie, mit Freunden, mit Mittagessen und Kaffeetrinken im Gasthaus „Zur Krone“. Dieses ist bekanntlich auch das Vereinshaus des Gesangvereins Cäcilia/Sängerrose, in dem die Jubilarin Mitglied ist. So brachten ihr dort rund 20 Sänger ein angemessenes Geburtstagsständchen. Der Männerchor hatte gleich vier Lieder im Gepäck. Unter dem Dirigat von Frank Aiglstorfer sangen die Männer unter anderem „Im Weinparadies“ und „Griechischer Wein“. Von den Stimmungsliedern mitgerissen, klatschten die Gäste im Takt, nahmen sich später bei den Händen und schunkelten fröhlich hin und her. Klaus Jenner, stellvertretender Vorsitzender des Gesangvereins, gratulierte im Namen des Chores.

Die Jubilarin kam als Katharina Keck in der Spargelstadt zur Welt, wo sie auch aufwuchs und zur Schule ging. Ihre Eltern zogen von der Ostendstraße in die Blücherstraße, und in diesem Haus lebt die Seniorin noch heute.

Schaukel heute ein Museumsstück

Ihr Vater, Karl Keck, baute damals für die kleine Katharina und ihre Schwester Else eine Schaukel, die bis heute erhalten ist und als Ausstellungsstück im Lampertheimer Heimatmuseum betrachtet werden kann. Als Teenagerin liebte Katharina das Tanzen, weshalb sie auch die Tanzschule im Reichsadler besuchte. Zum Abschluss wurde die sehr gute Tänzerin sogar als Ballkönigin gekrönt. Da ein Paar gekürt werden sollte, erhielt auch ein flotter Tänzer, Philipp Wiegand, eine Krone. Und so verliebten sich die beiden jungen Leute ineinander und heirateten 1940. Elf Monate später kam Tochter Roswitha, 1946 Sohn Ralf zur Welt. Auch wenn Katharina Wiegand eine Auszeit wegen der Kinder nahm, blieb sie immer berufstätig. Sie arbeitete bei „Felina“ in Mannheim, dann bei der pfälzischen Mühlenwerk GmbH und schließlich bis zur Rente im Labor des Konzerns BBC, heute ABB.

Ehemann Philipp war eines der Gründungsmitglieder des Wassersportvereins (WSV) Lampertheim. „Der Wassersport war die zweite Heimat meiner Eltern“, erinnert sich Tochter Roswitha Kreyer noch heute. Beim WSV wurde auch die Fastnacht großgeschrieben. Das Ehepaar Wiegand engagierte sich auch in der Karnevalsabteilung und verfasste Büttenreden. Die Eheleute führten ein geselliges Leben und fuhren auch gerne in den Urlaub.

Die erste Zeit waren sie oftmals mit Zelt und Boot unterwegs, später ging es nach Österreich. Noch gut in Erinnerung ist der Jubilarin der Langstreckenflug nach Kanada. Aber auch Schicksalsschläge musste sie in ihrem langen Leben verkraften. Ehemann Philipp starb 1997, Sohn Ralf 2006. „Trotz der Verluste, hat meine Oma immer positiv gedacht“, berichtete Enkelin Kerstin Handstein. Auch Enkeltochter Tanja und die Urenkel Svenja und Tobias feierten den besonderen Tag mit, ebenso die Freunde Helga und Dieter Kling, die die Seniorin unterstützen, damit sie auch mit 100 Jahren noch ein selbstständiges Leben zu Hause führen kann. roi

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