Lampertheim

Für die Hans-Pfeiffer-Halle als Kulturzentrum

Zur Diskussion über das Für und Wider einer Kulturstätte auf dem geplanten Biedensand-Campus und der Alternative: die Sanierung der Hans-Pfeiffer-Halle in den vergangenen Ausgaben des Südhessen Morgen.

Seit Wochen und Monaten, ja sogar schon seit wenigstens zwei Jahren ist es eines der immer wiederkehrenden Themen in der Stadtpolitik in Lampertheim: der Bau einer Kulturstätte oder Kulturhalle. Unterschiedliche Meinungen dazu wechseln sich ab: in der Stadtmitte, auf dem Biedensand-Campus oder eventuell doch die Hans-Pfeiffer-Halle?

Immer öfter lese ich in den öffentlichen Verlautbarungen, dass im Zusammenhang mit dem Bau einer entsprechenden Einrichtung auf dem „Biedensand-Campus“ auch die Auslagerung der Stadtbücherei ein Thema ist. Ich frage mich, wer kann nur auf eine so abstruse Idee kommen, diese herausragende Einrichtung der kommunalen Daseinsvorsorge an den Altrhein zu verlegen?

Eine solche Bildungseinrichtung gehört in das Stadtzentrum, weshalb der Standort „Haus am Römer“ geradezu ideal ist. Dies vor allem auch wegen der Nutzer mit Mobilitätseinschränkung, Kinder, Jugendliche oder auch Senioren. Hat sich überhaupt schon jemand einmal die Mühe gemacht, mit den Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei über dieses Thema zu sprechen?

Grundsätzlich zu diesem Thema, an welchem Standort auch immer, möchte ich meine Erfahrungen als ehemaliger Leiter des Kulturamtes der Stadt Lampertheim einbringen. Vor dem Hintergrund und mit dem Wissen der damals gemachten vielfältigen Erfahrungen spreche ich mich ganz klar für die Ertüchtigung der Hans-Pfeiffer-Halle aus. In der Zeit von 1985 bis 1997 haben wir eine Vielzahl von kulturellen Veranstaltungen (Kabarett, Theater, Shows, Filmvorführungen, Klassikkonzerte etc.) dort angeboten und durchgeführt, wobei die Besucherzahlen immer zwischen 200 und bis zu 700 Besuchern schwankten. Ausnahmen, wie bei dem Konzert mit Herbert Grönemeyer (2400 Besucher), will ich hier nicht in die Waagschale werfen. Die Besucher kamen aus Lampertheim, aber auch der näheren und weiteren Umgebung. Sie gingen in aller Regel zufrieden nach Hause und kamen bei der nächsten Veranstaltung wieder.

Natürlich ist die Hans-Pfeiffer-Halle in ihrem jetzigen Zustand eine Mehrzweckhalle, die in der optischen Wahrnehmung für kulturelle Veranstaltungen etwas irritiert. Aber: Mit einem weit geringeren finanziellen Aufwand – als die in Rede stehenden acht bis zehn Millionen Euro – ist es sicherlich möglich, die Hans-Pfeiffer-Halle so zu modernisieren, dass sie auch einem gehobenen Anspruch als Kulturzentrum oder Bürgerhaus genügt. Alle anderen Rahmenbedingungen sind bereits vorhanden, wie zum Beispiel großzügige Parkmöglichkeiten oder auch die Tatsache, dass es keine unmittelbare Nachbarschaft gibt, was für das Thema Ruhestörung relevant ist.

Ich frage mich ernsthaft: Wer will aus der Stadtverwaltung oder der Stadtverordnetenversammlung die Verantwortung dafür übernehmen, für den Neubau einer Kulturhalle Kosten von acht bis zehn Millionen Euro zu investieren? Ich bin gespannt, welchen Weg die Entscheidungsträger aus der Verwaltung und den Fraktionen hier gehen werden.

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