Lampertheim

Konzert MIL spielt „The Wall“ von Pink Floyd

Für viele der Soundtrack ihrer Jugend

Archivartikel

Lampertheim.Die Musiker-Initiative-Lampertheim hatte sich am Donnerstag Großes vorgenommen: „The Wall – Barbara Boll und Band bringen die Musik des Meisterwerkes auf die Bühne“. Das 1979 veröffentlichte komplexe Werk der vier britischen Musiker ging als meistverkauftes Doppelalbum in die Musikgeschichte ein. Die Lieder um den jungen Rockstar Pink, der nicht mehr mit sich und der Welt klarkommt und eine imaginäre Mauer um sich errichtet, traf den Nerv der damaligen Zeit. Auch heute noch stehen die Songs für ein ganz besonderes Lebensgefühl.

Für viele war die Musik von Pink Floyd der Soundtrack ihrer Jugend. Im gut gefüllten Schwanensaal war das junge Publikum daher eher in der Minderheit, die bereits leicht angegrauten Fans gingen dafür umso begeisterter mit.

Die siebenköpfige Band präsentierte sich von Anfang an hochkonzentriert, voller Schwung und gut aufeinander eingespielt. Mit imposanten Gitarrenriffs, sphärischen Tönen und endlos nachklingenden Akkorden erzeugten sie den typischen Pink-Floyd-Sound. Minutenlange Intros und harmonische Melodiebögen erstreckten sich zu monumentalen Klangbildern. Schon die brachiale Ouvertüre „In The Flesh“ donnerte mit einer hörenswerten Dynamik durch den Raum. Jedes Stück des Werks wie das rebellische „Another Brick In The Wall“, die fulminante Version von „Hey You“ oder das verzweifelte „Is There Anybody Out There?“ erklang authentisch und nahe am Original.

Wunderbar melancholisch

Florian Kaether übernahm den Vokalpart von Roger Waters und war an der Rhythmus-Gitarre auch für die Effekte zuständig. „Mother“ besang er wunderbar melancholisch zur Akustikgitarre. Matthias Klöpsch coverte David Gilmours gleichermaßen dramatische wie gefühlvolle Gitarrensoli und tobte sich bei „Comfortably Numb“ richtig aus.

Gewohnt souverän bediente Frank Willi Schmidt seinen Doppelhals-Bass und griff zwischendurch auch zum Kontrabass. Patrick Schneller heizte dem Schlagzeug tüchtig ein. In den höheren Stimmenparts glänzten Barbara Boll und Melanie Haag. Tastenmann Patrick Embach entlockte seinem Keyboard die charakteristischen Synthesizer-Klänge.

Bewusst verzichtete die Band auf alle Showelemente und konzentrierte sich ganz auf die Musik. Nur die speziellen Toneinspielungen durften nicht fehlen. Vogelgezwitscher und ein bedrohlich dröhnendes Bombergeschwader füllten die Bühne bei „Goodbye Blue Sky“. Zum Helikopter-Intro von „The Happiest Days Of Our Lives“ kreiste ein Suchscheinwerfer durch den Saal.

Begeisterte Besucher

Einige Besucher waren gleich im passenden Bandshirt gekommen. Thomas Winter aus Worms hatte Pink Floyd auf ihrer „The Wall Tour“ 1981 in Dortmund erlebt. „Toll, wie die Band hier die ganz besondere Stimmung aufleben lässt“, lobte er die Musiker. Auch die Freundinnen Dagmar und Eva aus Bürstadt fühlten sich in die Achtzigerjahre zurückversetzt und schmetterten lautstark „We Don’t Need No Education“ mit. Die Songs der englischen Rockband haben eindeutig nichts von ihrer Faszination verloren.

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