Lampertheim

Sommertour Sozialdemokraten machen Station in Hüttenfeld und besuchen Evangelische Gemeinde, SGH und Kleingärtnerverein

Fuhr: „Aus Vorhandenem mehr machen“

Archivartikel

HÜTTENFELD.Die Lampertheimer SPD hat sich bei einer Tour durch Hüttenfeld am Montagabend unter der Leitung von Ortsvorsteher Karl Heinz Berg über neueste Entwicklungen und Anregungen aus der Kirchengemeinde und Vereinswelt des Stadtteils informiert. Während sich die Schützen- und Fußballabteilung der SG Hüttenfeld mit einer neuen, modernen Schussanlage und einem zweiten Rasenplatz für den Winter gut gerüstet sieht, stehen bei der evangelischen Gemeinde noch zukunftsweisende Überlegungen an.

„Als ich vor 22 Jahren nach Hüttenfeld kam, waren wir fast 1000 Protestanten“, beschrieb Pfarrer Reinald Fuhr die Situation seiner Gemeinde bei der ersten Station in der Kirche und der angrenzenden Kita, „heute sind es keine 700 mehr“. Während die Gemeinschaft stetig schrumpft, steige gleichzeitig der Bedarf an Kinderbetreuung. „Wir haben heute Platz für 75 Kinder in drei offenen Gruppen, von unseren elf Mitarbeiterinnen arbeiten zwei in Vollzeit“, bestätigte Kita-Leiterin Christine Greiner. Angefangen hatte alles 1925 mit dem Bau der Gustav-Adolf-Kirche und der Betreuung durch eine Diakonisse, 1974 entstand der Kindergarten in seinen heutigen Grundzügen.

Visionen für Räumlichkeiten

Im Zuge dessen wurden damals auch großzügige Gemeinderäume unterhalb der Kita gebaut. Räumlichkeiten, die mittlerweile nur noch selten für Gemeindeaktivitäten genutzt werden. Greiner und Fuhr wünschen sich daher eine Mitnutzung durch die Kita – dafür müsste aber ein Zugang gebaut und die Sanitäreinrichtungen erneuert werden.

Fuhr denkt sogar noch einen Schritt weiter. Ihm schwebt ein Kulturzentrum nach dem Vorbild von Gemeinschaftshäusern vor, wie es sie in kleinen Kommunen im Odenwald gibt. Die Räumlichkeiten könnten dann von städtischen, öffentlichen und Gemeindegremien gleichermaßen genutzt und – genau wie die Instandhaltungskosten – geteilt werden. Damit könne man „aus Vorhandenem mehr machen“, bevor es irgendwann zu teuer für die Kirchengemeinde werde. „Wir sind eine kleine Gemeinde, müssen unsere Möglichkeiten nach der Decke strecken. Wir können nicht mehr alles leisten“, so Fuhr.

Mit dem Vorschlag im Gepäck machten sich die Sozialdemokraten, unter ihnen auch die Viernheimer Bundestagsabgeordnete Christine Lambrecht, auf den Weg zur SG Hüttenfeld.

Das Neubaugebiet auf dem ehemaligen Gelände der Baustofffirma Rhein sei ein Beispiel für „innovative, innerörtliche Erschließung“, betonte der Lampertheimer Fraktionschef Marius Schmidt. 20 Häuser stünden mittlerweile, die Ausschreibung für ein Mehrfamilienhaus mit bezahlbarem Wohnraum laufe.

Beim benachbarten Verein mit rund 500 Mitgliedern konnten sich die Genossen von der „modernsten Schießanlage am Markt“ überzeugen, die Serien künftig elektronisch erfasst und digital anzeigt. Vorsitzender Bernd Ehret präsentierte zudem den frisch eingesäten Winterrasen, der den Hartplatz ersetzt. „Wir sind nun wieder vernünftig aufgestellt“, meinte Ehret zufrieden. Den Abschluss der Tour bildete ein Besuch des Kleingärtnervereins. ksm

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