Lampertheim

Fußball und Ehrenamt SPD besucht FC Olympia / Lange Mängelliste im Lampertheimer Günderoth-Stadion

Fusion bleibt großes Thema

Archivartikel

Lampertheim.Etwas verwundert war Werner Zehnbauer schon, als er vor gut vier Wochen die Zeitung aufgeschlagen hat. Unter dem Titel „VfB Lampertheim zieht den Karren aus dem Dreck“ hatte der Südhessen Morgen über die Jahreshauptversammlung des Vereins berichtet. Eine Fusion, heißt es darin, sei vorerst vom Tisch. Diesen Eindruck hatte der Nachbarverein mit einem neuen Vorstand vermittelt.

Den Kassierer des FC Olympia, der seit mehreren Jahren immer wieder in mehr oder weniger losen Fusionsgesprächen mit dem VfB steht, hat das überrascht. Inzwischen scheinen die Wogen aber geglättet. Just am symbolträchtigen Tag der Deutschen Einheit soll es erneut ein loses und ergebnisoffenes Gespräch geben, in das der FC Olympia „ohne Vorbehalte“ gehen will.

„Wir wussten davon nichts, vielleicht war es aber auch nur ein Missverständnis“, erklärte Zehnbauer auf Nachfrage einer Abordnung der Lampertheimer SPD. Die Sozialdemokraten hatten den Verein besucht, um über mögliche Probleme in der Corona-Krise, aber auch ganz generelle Dinge zu sprechen. Eine mögliche Fusion schwebt dabei schon seit Jahren nicht nur über dem FC Olympia, sondern über fast allen Fußballvereinen in Lampertheim. Viele Vereine haben besonders im Jugendbereich Probleme, genügend Spieler zu finden. Beim VfB hat das zu Jahresbeginn sogar dazu geführt, die erste Mannschaft vom Spielbetrieb abmelden zu müssen.

Eine Spielgemeinschaft im Herrenbereich zwischen Olympia und VfB, die SG Olympia/VfB Lampertheim gibt es seit dem Sommer schon – inklusive gemeinsamen Facebook-Auftritts. Im Jugendbereich kooperiert der VfB wiederum mit dem TV Lampertheim und der SG Hüttenfeld als „JSG Lampertheim Hüttenfeld“. Der FC Olympia hat gar keine eigenen Jugendteams mehr. Das macht deutlich, dass langfristig Zusammenschlüsse nicht nur im Spielbetrieb, sondern auch auf Vereinsebene wohl unabdingbar sind. Grundsätzlich steht dem der VfB auch nicht abgeneigt entgegen, allerdings hatte die Neuordnung des eigenen Vereins, der ohne Vorstand dastand, Priorität.

Dass es gerade auch im Jugendbereich langfristig nicht mehr ohne Spielgemeinschaften geht, machten auch die VfB-Verantwortlichen bei ihrer damaligen Versammlung deutlich. Während sich die Verantwortlichen der Olympia weiterhin auch für einen Zusammenschluss mehrere Vereine vorstellen können – etwa mit der Azzuri oder Waldesruh –, hatte die VfB-Mitgliederversammlung im Sommer 2019 einer Fusion von fünf Clubs eine Absage erteilt. Bestimmen können darüber ohnehin nur die Mitglieder, nicht der Vorstand. Für den Sportausschuss-Vorsitzenden der Olympia Patrick Andres ist aber klar: „Wenn sich die Fußball-Vereine nicht zusammentun, können wir bald alle die Rollläden runterlassen.“

Hinzu komme das sinkende, ehrenamtliche Engagement, das durch eine Fusion abgefedert werden könne. Die Corona-Pandemie verschärfe das umso mehr. Daneben werden für den FC Olympia derzeit besonders die Zustände im Adam-Günderoth-Stadion zum Problem. Ein unbespielbarer Platz, im Schlamm versinkende Wege und Garagen: Die Mängelliste ist lang. Das Angebot, selbst zu asphaltieren, habe die Stadt abgelehnt.

„Auch wenn die städtischen Kassen genauso leer sind: Wir gehen dem nach“, versprach Marius Schmidt. In Sachen Hartplatz wünschen sich die Verantwortlichen einen Kunst- oder Winterrasen wie bei der SG Hüttenfeld.

Im Rahmen des Besuchs übergab Marius Schmidt in seiner Funktion als Sportcoach ferner 182 Euro aus dem Topf „Sport und Flüchtlinge“.

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