Lampertheim

Kirche Chor der evangelischen Gemeinde in Hüttenfeld feiert 70-jähriges Bestehen

Ganz in Luthers Sinne

Archivartikel

Hüttenfeld.Die evangelische Kirchengemeinde Hüttenfeld hat am Reformationstag einen Gottesdienst gefeiert, der zum einen vom Gedenken an Martin Luther und sein Wirken, zum anderen aber auch stark musikalisch geprägt war. Dafür gab es auch einen Anlass: Der Kirchenchor, der schon seit Jahren diesen Gottesdienst am 31. Oktober mitgestaltet, feierte sein 70-jähriges Bestehen. Passend dazu hatte Pfarrer Reinald Fuhr Texte des Theologen und Journalisten Burkhard Weitz zum Thema „Bedeutung der Musik bei Martin Luther und der Reformation“ ausgewählt.

Luther und die Reformation seien untrennbar mit Musik verbunden. Die Musik sei seinerzeit ein wirksames Mittel gewesen, die Reformation zu verbreiten. Luther selbst hatte neben Theologie auch Musik studiert und galt als Meister des Lautenspiels. Aus Empörung über die Verbrennung namhafter Reformatoren schrieb Luther 1523 sein erstes Lied mit dem Titel „Mit Freuden sie sich gaben drein“. Weitere Lieder folgten, die zum Teil von Johann Walter in einem Chorgesangbuch veröffentlicht wurden. Neben dem Reformationsschlager schlechthin („Ein feste Burg ist unser Gott“), stammen aber auch andere bekannte Lieder wie „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ oder das beliebte Weihnachtslied „Vom Himmel hoch“ aus der Feder des Reformatoren.

Jahreslosung als Lied

Ronald Ehret, Leiter des Kirchenchores, übernahm den musikalischen Part der Gedenkstunde. Ehret begleitete Chor und Gemeinde nicht an der Orgel, sondern am Keyboard, was auch stellenweise moderneren Sound erlaubte. Ein beliebtes Lied, das schon seit einigen Jahren zum Abschluss des Reformationsgottesdienstes von Chor und Gemeinde gesungen wird, ist „Wir strecken uns nach dir“. Der Chor stimmte aber auch einige Lieder alleine an. Die Texte regten zum Nachdenken an, die Melodien gingen ins Ohr. Darunter auch die Jahreslosung „Ich will dem Durstigen geben umsonst“, der 23. Psalm und das beliebte „Von guten Mächten“ in der Vertonung von Siegfried Fietz.

Im Rahmen des Gottesdienstes erinnerte Fuhr aber auch an die 70 Jahre, die der gemeindeeigene Chor nun schon besteht. 1948 wurde der Chor von dem damaligen Pfarrer Trautmann wieder gegründet, schon vor dem Zweiten Weltkrieg hatte es einen Chor gegeben. 42 Sänger kamen damals unter dem Dirigenten Eduard Komba zusammen. Ihm folgten Karl Strauß und Ewald Ehret nach. Letzterer übergab 1974 seinem Sohn Ronald die Stimmgabel, der von seinem 16. Lebensjahr an bis heute die Geschicke des Chores leitet.

Dem Trend der Zeit geschuldet, besteht der Chor derzeit nur noch aus 14 Sängern, die nach wie vor die kirchlichen Feiertage engagiert musikalisch mitgestalten. Pfarrer Fuhr und die beiden Vorsitzenden des Chores Annelore Rhein und Marieta Berg konnten mit Elfriede Ehret, Inge Steffan und Irmtraud Günther noch drei anwesende Gründungsmitglieder ehren. In Abwesenheit wurde diese Ehrung auch Irmgard Falkenstein und Irene Grießer zuteil.

Im Anschluss war die Gemeinde im Nebenraum der Kirche zu einem herbstlichen Imbiss eingeladen. Zu veganen Schmalzbroten wurden Apfelweine und Apfelsekt aus Frankreich kredenzt. ron

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