Lampertheim

Pfadfinder Waldweihnacht an der Willi-Rais-Hütte / Predigt von Pfarrer Ralf Kröger

Geborgenheit schwindet

Archivartikel

Lampertheim.Ein Hauch von Weihnachten, wie man es in längst vergangenen Zeiten feierte, lag über der Waldweihnacht der Pfadfinder des Stammes Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz am letzten Tag vor Heiligabend. In die Willi-Rais-Hütte hatten alle Stämme die Gläubigen der Evangelischen Gemeinden in Lampertheim eingeladen.

Um zur Hütte zu gelangen, muss man einen etwa zehnminütigen Fußmarsch absolvieren. Stockdunkel war es im Wald, vorsorgend hatten die Pfadfinder den Weg mit Lichtern markiert, eine Taschenlampe war trotzdem nützlich. An der Hütte hatten sich dennoch viele Gemeindemitglieder versammelt. Viele Familien waren mit ihren Kindern gekommen. Fackeln gaben das notwendige Licht, der Evangelische Posaunenchor hatte Aufstellung genommen und alle Besucher bildeten einen großen Kreis um einen Tannenbaum.

Der Posaunenchor eröffnete mit „O du fröhliche“ die Andacht, ehe das Weihnachtsevangelium nach Lukas von Pfadfindern vorgelesen wurde. Es gab ein kleines Rollenspiel rund um den Weihnachtsbaum und nach dem gemeinsam gesungenen Lied „Es ist ein Ros entsprungen“ wurden nacheinander die Adventskerzen entzündet, wobei jede Kerze einer positiven Empfindung oder einem menschlichen Bedürfnis entsprach. Liebe, Anstand Beständigkeit und Nächstenliebe, aber auch Behaglichkeit gehörten dazu.

Bezug verloren

Pfarrer Ralf Kröger hielt die Andacht und stellte dabei die Frage, warum viele Menschen den Glaubensbezug zu Weihnachten verloren hätten. Das Gefühl der Geborgenheit im Glauben schwinde, meinte Kröger. Mit den Worten: „Wir müssen Weihnachten nicht neu erfinden, sondern wieder glauben an den, der für uns gestorben und wieder auferstanden ist“, schloss er seine kurze Weihnachtspredigt.

Stammesführer Adrian Zähringer dankte den Mitwirkenden, insbesondere den Pfarrern der Evangelischen Gemeinden für deren Unterstützung. Dem vor 70 Jahren gegründeten Stamm wünschte er eine erfolgreiche Zukunft. Nach dem Segen sang man gemeinsam das Pfadfinderlied: „Wir haben unser Reich in die Wälder gebaut“. Alle waren sich einig, dass die Waldweihnacht ein besonderes Erlebnis ist.

Fleißige Pfadfinder hatten Glühwein vorbereitet, dazu gab es, ganz wie es zum rustikalen Ambiente passte, Brote mit Hausmacher Wurst. In Gruppen stand man zusammen und ließ so, wie die Pfadfinder es sich vorgestellt hatten, den Vorabend der Weihnacht gemütlich und besinnlich ausklingen. sto

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