Lampertheim

Gefahren der Stromtrasse

Zum Bericht „Politiker wehren sich gegen Stromtrasse“ im Südhessen Morgen vom 28. März.

Als Teilbetroffener (mehr als 600 Meter von der Ultranet-Trasse entfernt) verfolge ich das Thema mit nötigem Abstand. Dennoch freue ich mich, wenn die gesundheitlichen Belange der Bürger ernstgenommen werden – zumindest durch die Kommunalpolitiker. Dass die 380 KV-Wechselstromleitung gesundheitliche Gefahren birgt, kann man auf der Homepage des Bundesamtes für Strahlenschutz nachlesen. Über die Gleichstromtrasse wird gestritten.

Wie man liest, gibt es zumindest keine Vergleichs- beziehungsweise Realwerte. Also doch Grund genug, getreu dem Motto „In dubio pro vita“ (im Zweifel für das Leben) zu entscheiden und 400 Meter Abstand zur Wohnbebauung in Lampertheim und Hofheim sowie dem Kindergarten und Altenwohnheim im Guldenweg einzuhalten.

Wenn man die Diskussionen im Stadtparlament und Sitzungen seit Ende 2017 verfolgt, kann man sich allerdings des Eindrucks nicht erwehren, dass die Verwaltung die Dinge lieber laufen lassen will. Um nicht angreifbar zu sein, wird sich hinter Amprion-Gutachten und morgen vielleicht schon obsoleten Richtlinien versteckt. Ganz anders in Sachen ICE-Trasse. Hier demonstriert der Bürgermeister medienwirksam mit, obwohl auch hier rechtlich kaum gegen die Bahn vorgegangen werden kann. Woran liegt es? Ist der Bürgerprotest bei der ICE-Trasse stärker als bei der Stromtrasse und deswegen sind hier bei der anstehenden Bürgermeisterwahl ohne großen Aufwand mehr Stimmen abzuholen?

Man sollte nicht vergessen, dass bei der Bahntrasse die „Vorwarnzeit“ wesentlich größer war. Vielleicht dämmert es demnächst dem einen oder anderen in Hofheim, Guldenweg oder Rosenstock, was denn da auf ihn zukommt und er spricht die Verwaltung an. Denn auch die Stromtrasse verdient Aufmerksamkeit. Schließlich ist sowohl die Bundespolitik als auch der Errichter zu einer Verschwenkung bereit. Jetzt muss nur noch die Verwaltung wollen.

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