Lampertheim

Vereine Festkommers zum 125-jährigen Bestehen des MGV Sängerbund-Sängerrose

Gegen die Kummerfalten

Archivartikel

Lampertheim.Es war eine gelungene Veranstaltung, die der MGV Sängerbund-Sängerrose im Vereinssaal in der „Krone“ abhielt. Das 125-jährige Bestehen war Anlass genug, die Vereinsgeschichte mit einem Festkommers zu würdigen. Freunde des Vereins sowie Gäste aus Politik und anderen Musikvereinen waren zur Geburtstagsfeier gekommen.

So konnte der Vorsitzende Rainer Müller nicht nur Schirmherr Bürgermeister Gottfried Störmer willkommen heißen, sondern auch Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass, den Ersten Stadtrat Jens Klingler sowie zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens und der Parteien, darunter auch den Kreisbeigeordneten Karsten Krug.

Besonders freute sich Müller, den Ehrenvorsitzenden Willi Leschinski sowie das am weitesten entfernt lebende Mitglied Helga Velie aus Colorado zu begrüßen. Der Hessische Sängerbund war mit Vorstandsmitglied Michael Brose vertreten. Für den Sängerkreis Bergstraße war der stellvertretende Vorsitzende Klaus- Dieter Schmidt erschienen.

Ein Bläserensemble des Katholischen Kirchenmusikvereins eröffnete den Kommers mit dem Musikstück „Feierlicher Einzug“ von Alexander Reuber, ehe der Männerchor mit dem Lied „Frieden und Freiheit“ von Otto Groll den Wunsch vieler Menschen musikalisch zum Ausdruck brachte. Mit dem Larghetto von Händel unterstrich das Bläserensemble den feierlichen Anlass, ehe Bürgermeister Gottfried Störmer seine Festrede hielt. Mit dem Zitat von Friedrich Schiller „Es schwinden jedes Kummerfalten, so lang der Lieder Zauber walten“ bescheinigte er dem Verein, dass dieser in Lampertheim durch seine Auftritte schon viele Kummerfalten weggesungen habe.

„Sie geben dem Musikleben in Lampertheim wichtige Impulse, Ihre Konzerte und Liederabende sind aus dem Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken“, zollte Störmer dem Gesangverein Anerkennung. In einem historischen Abriss beschrieb Störmer die Gründerzeit mit dem erwachenden Bürgertum und der Möglichkeit, sich über die Musik zu artikulieren und die Musikkultur zu pflegen. In jedem Haushalt sei damals in irgendeiner Form Musik gemacht worden, und die Vereine hätten sich über Nachwuchs nicht beklagen können.

Bis zu 130 Sänger auf der Bühne

130 Sänger seien manchmal auf der Bühne gestanden, und wer dreimal bei der Probe gefehlt habe, sei ausgeschlossen worden, schilderte Störmer die erfolgreichste Zeit des Chorgesangs. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter die höchste Auszeichnung, die Zelterplakette, seien der Lohn für das musikalische Engagement gewesen. Heute sei es dagegen schwierig geworden, Nachwuchs zu gewinnen, ging der Schirmherr auf die aktuelle Situation ein. Das Freizeitangebot sei riesig und nur mit modernen Marketingmethoden könnten neue Mitglieder gewonnen werden. Dem Jubiläumsverein wünschte Störmer einen erfolgreichen Fortbestand und weiterhin viel Freude am Gesang.

Eine Gratulationsurkunde überreichte der Vorstand im Hessischen Sängerbund, Michael Brose, der das gemeinsame Singen mit dem MGV Cäcilia als Konsequenz aus der rückläufigen Mitgliederentwicklung beschrieb. Der Sängerkreis Bergstraße war durch Klaus-Dieter Schmidt vertreten, der die Kreisplakette in Gold überreichte. Er ging auf die erfolgreiche Vergangenheit ein und berichtete von dem Sängerwettstreit 1978, als der Chor noch 92 Aktive hatte und Preisgelder im fünfstelligen Bereich ausgelobt worden seien. Glückwünsche des Kreises Bergstraße überbrachte Kreisbeigeordneter Karsten Krug.

Nach den Würdigungen stand die Musik wieder im Mittelpunkt. „Die launige Forelle“, Variationen über das Lied von Franz Schubert, brachte der Männerchor zu Gehör. „Wir spannen in den Variationen einen Bogen mit fünf berühmten Komponisten der letzten 175 Jahre“, erklärte Dirigent Frank Aiglstorfer den Zuhörern. Diesen hat die Interpretation offensichtlich gefallen, wie der Beifall bewies. Der Frauenchor „Swinging Roses“ des MGV hatte anschließend seinen Auftritt. Mit „Only you“ und „Sweet dreams“ demonstrierte der Chor, dass schöner Chorklang nicht immer von der Anzahl der auftretenden Sänger abhängig ist.

Wertvolle kulturelle Beiträge

Holger Schneibel vom MGV 1840 fiel die Aufgabe zu, im Namen der Lampertheimer Gesangsvereine dem Jubiläumsverein zu gratulieren. Zusammengezählt seien die Gesangvereine 791 Jahre alt. Dem MGV Sängerbund-Sängerrose bescheinigte er, wertvolle Beiträge zum kulturellen Leben dieser Stadt zu leisten. Das Vereinslokal „Krone“ sei ein echter Hingucker im Stadtbild. Dies alles sei nur möglich, weil sich immer wieder Sänger fänden, die sich im Vereinssinn engagieren.

Rainer Müller blieb es vorbehalten allen zu danken, die dem Verein hilfreich zur Seite gestanden ha- ben. Dazu gehöre insbesondere cul- tur communal vom Kultur-Fachbereich der Lampertheimer Stadtverwaltung. Zum Ende dieser Feier fanden sich Frauen-und Männerchor auf der Bühne ein, um gemeinsam das altirische Segenslied „Mögen sich die Wege“ zu singen. Abschließend lud Vorsitzender Rainer Müller alle Gäste zu einem Sektempfang ein, um auf das 125-jährige Bestehen des Vereins anzustoßen.

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