Lampertheim

Stadtparlament Fraktionen mit Antrag zu Abwasserbeseitigung

Gemeinsame Debatte über Kläranlage

Archivartikel

Lampertheim.Der gemeinsame Betrieb einer Kläranlage mit Bürstadt schien vor einem halben Jahr vom Tisch zu sein. Die Bürgermeister Bürstadts und Lampertheims hatten einer Initiative der CDU-Fraktionen eine deutliche Absage erteilt. Auch in der Diskussion in den Lampertheimer Gremien wurde der Vorteil einer solchen Konstruktion hauptsächlich auf Bürstädter Seite gesehen: Dort sei der Druck höher, die Klärtechnik auszubauen als in Lampertheim.

Doch nun scheint sich das Blatt zu wenden – zumindest auf politischer Seite. Nach einer Haupt- und Finanzausschusssitzung in Bürstadt in dieser Woche (Bericht auf Seite 12) wollen alle im Stadtparlament vertretenen Fraktionen am Freitag einen gemeinsamen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung einbringen, in dem die Einberufung einer gemeinsamen Ausschusssitzung gefordert wird. Damit soll eine parlamentarische Debatte eröffnet werden, die sich mit dem Für und Wider eines gemeinsamen Anschlusses Bürstadts und Lampertheims ans Mannheimer Klärwerk befasst.

CDU-Fraktionsmitglied Franz Korb sagt auf Anfrage, die drohenden Abschreibungsverluste bei einem Leitungsbau von Lampertheim nach Mannheim würden aufgefangen, indem die Lampertheimer Kläranlage für das Ausfiltern von Grobstoffen weiterbetrieben würde. In Mannheim sei bereits eine vierte Klärstufe eingerichtet; mit einem Anschluss würden die Klärwerke im Ried, die diesen Standard noch nicht aufweisen, zukunftssicher gemacht.

FDP-Fraktionschef Thomas Bittner ist vom interfraktionellen Vorgehen überzeugt, da Bürstadt keinen akuten Handlungsbedarf angemeldet habe und Lampertheim hierdurch nicht unter Zugzwang gerate. Der bisherige Eindruck, Bürstadt müsse etwas tun und Lampertheim nicht, aber Lampertheim müsse der Riedkommune sozusagen aus der Patsche helfen, habe sich nicht bestätigt. Politischer Konsens sei die Einhaltung von Gebührenstabilität.

Diese Auffassung teilt SPD-Fraktionschef Marius Schmidt: Das Abwasser müsse auch künftig bezahlbar bleiben. Obendrein komme es darauf an, den Mitarbeitern der Kläranlagen Arbeitsplatzsicherheit zu vermitteln. Die Kläranlagen beider Kommunen stünden noch lange nicht vor dem Kollaps.

An seiner distanzierten Haltung gegenüber einer gemeinsamen Abwasserbeseitigung mit Bürstadt hat sich bei Bürgermeister Gottfried Störmer nichts geändert. „Die Grundlagen sind nach wie vor die gleichen“, erklärt Störmer auf Anfrage. Die Lampertheimer Kläranlage werde ihre Aufgaben noch in einigen Jahren zuverlässig erledigen. Es ergebe deshalb keinen Sinn, im Hinblick auf eine bauliche Neukonzeption in Hektik zu verfallen. Einer konstruktiven Debatte in den städtischen Gremien werde er sich, beteuert Störmer, freilich nicht verschließen. urs

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