Lampertheim

Geopark-Führungen werden wieder angeboten

Archivartikel

Lampertheim. Kurzarbeit, Kontaktbeschränkungen, geschlossene Bars, Theater und Kinos: Die Corona-Pandemie hat auch in der Spargelstadt viele Bürger mangels Alternativen in die Natur getrieben. Geführte Touren mit den eigens dafür ausgebildeten Vor-Ort-Begleitern waren aber nicht möglich. Nun hat der Geonaturpark seine Freigabe erteilt. Noch im Juni sollen zwei Touren unter besonderen Schutzmaßnahmen stattfinden.

Konkret bedeutet das: Alle Teilnehmer müssen sich im Vorfeld unter Angabe ihrer Kontaktdaten für eine Tour anmelden. Der Kontakt erfolgt direkt über den jeweiligen Vor-Ort-Begleiter oder über das Stadtmarketing, das die Natur- und Stadtführer bei ihrer Tätigkeit unterstützt. Die maximale Teilnehmerzahl ist vorerst auf zehn begrenzt.

Außerdem gelten die üblichen Abstandsregelungen. Daneben gibt es aber auch eine Sonderregel: Teilnehmer dürfen keine Gegenstände austauschen, wie etwa historische Karten oder begleitendes Bildmaterial, das es bei vielen Führungen gab. Den Anfang macht am Sonntag ab 14 Uhr ein sogenanntes „Waldbaden“ mit Ute Striebinger und der Vorsitzenden des Lampertheimer Naturschutzbundes (Nabu), Andrea Hartkorn. Mittels spezieller Übungen sollen die Teilnehmer gemeinsam der Natur begegnen, Heilkräuter kennenlernen und auch etwas über den „keltischen Jahreskreis“ erfahren.

Die zweite Tour im Juni behandelt den Zusammenhang zwischen dem Sand und dem Spargelbau in Lampertheim. Sandra Steinmetz will den Teilnehmern Wissenswertes über die Entstehung des Oberrheingrabens sowie die Sandböden und -düne zeigen. Das genaue Datum soll noch veröffentlicht werden. Bis in den September sind insgesamt zehn solcher Touren geplant.

Die Bandbreite, so betonen die Vor-Ort-Begleiter, reiche von sportlichen Läufen durchs Naturschutzgebiet über Erkundung der Pflanzenwelt bis hin zu Stolperstein-Touren über die jüdische Geschichte in Lampertheim. Das spiegele die Vielfalt der Spargelstadt und die unterschiedlichen Erfahrungsschätze der Vor-Ort-Begleiter wider.

Die zehn Tour-Guides sind selbst allesamt Einheimische. Vor rund zwei Jahren haben sie eine spezielle Ausbildung des Geonaturparks absolviert. Ihren Mitbürgern wollen sie „die Schätze aus Natur und Stadt“ zeigen, gemeinsam „naturräumliche Besonderheiten“ und Geschichten, die auf den ersten Blick oftmals übersehen würden, entdecken. Im vergangenen Jahr fanden 43 solcher Touren statt, in diesem Jahr sollen es 34 Angebote sein.

Flyer und Internet

Für die „Nach-Corona-Zeit“ haben die Verantwortlichen nun einen eigenen Flyer aufgelegt. Unterstützung erhalten sie bei der Bewerbung vom Stadtmarketing. Auf dessen Internetseite hat das Angebot mit einer eigenen Kachel einen prominente Platz erhalten.

Neben den zentralen, städtischen Stellen liegen die Flyer auch bei der Lampertheimer Volkshochschule, in Geschäften sowie Hotels und Ferienwohnungen aus. Außerdem veröffentlichen die Vor-Ort-Begleiter die Termine über die sozialen Netzwerke der Stadt und eine eigene Facebook-Seite.

Dass die Zusammenarbeit zwischen Stadtmarketing und den Führern inzwischen gut funktioniert, freut auch Bürgermeister Gottfried Störmer. Der Rathauschef hatte sich in der Vergangenheit mehrfach als Fan des Angebots bezeichnet und sich dafür eingesetzt. „Wir freuen uns, dass gerade in der momentanen Situation, in der der Urlaub vor der eigenen Haustür bei der Bevölkerung wieder mehr ins Auge gefasst wird, wieder regelmäßige Führungen angeboten werden können. Das bietet Besuchern aus nah und fern die Möglichkeit, Schätze der Lampertheimer Gemarkung zu entdecken“, so Störmer.

Mit viel Wissen ausgestattet, wollen die Vor-Ort-Begleiter nun vor allem eines beweisen: Dass die heimische Natur nicht nur in Zeiten einer Pandemie interessant ist, sondern die Touren auch nach Corona eine echte Alternative sind.

www.stadtmarketing-lampertheim.de oder 06206/5 80 24 22

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