Lampertheim

Gescheiterte Mission

Uwe Rauschelbach über das Wirken Santo Umbertis

Dieser Satz wurde ihm zum Verhängnis: Lampertheim werde mit seinem neuen Stadtmarketing-Konzept dereinst in der „Champions League“ spielen, hatte Santo Umberti kurz nach seinem Amtsantritt als Leiter des Regiebetriebs Stadtmarketing gegenüber Pressevertretern prophezeit. An diesem Ziel wurde der ehemalige Wirtschaftsförderer aus Darmstadt gemessen. Meist mit Häme. Zumal den vollmundigen Ankündigung keine Ergebnisse folgten, mit denen sich Lampertheim auch nur einen Platz in der Kreisliga verdient hätte, um beim sportlichen Vergleich zu bleiben. Von wegen Champions League.

Angesichts der zwar liebenswerten, dennoch aber eher bescheidenen Vorzüge, mit denen Lampertheim Menschen von auswärts dazu bewegen könnte, hier zu leben, zu arbeiten oder wenigstens für eine kurze Zeit zu verweilen, schienen die Ambitionen, die sich mit dem Stadtmarketing verknüpft haben, von vornherein überzogen. Womit soll ein Stadtmarketing auch schon werben, wenn es nicht beim beschaulichen Rundgang über den Biedensand oder einem Eis auf dem kleinen Schillerplatz bleiben soll?

Dennoch hätte das Stadtmarketing vom überzeugenden Internetauftritt bis zu Aktionen, die wenigstens nach innen wirken, durchaus für frischen Wind sorgen können. Diesbezüglich waren sogar überkommene Institutionen wie der Verein für Stadtmarketing und der Wirtschafts- und Verkehrsverein effektiver. Bürgermeister Gottfried Störmer hatte sich zuletzt kritisch über die nicht vorzeigbaren Resultate des Stadtmarketings geäußert. Das musste auf Regiebetriebsleiter Umberti als Alarmsignal wirken, sich seiner Position nicht allzu sicher zu sein. Nun ist der Faden gerissen.

Was bedeutet dies für den Wahlkampf des amtierenden Bürgermeisters? Als Dezernatsverantwortlicher ist die gescheiterte Mission Santo Umbertis auch für Gottfried Störmer eine Schlappe. Mit seiner Kritik an der Behäbigkeit des Regiebetriebs hat er sich selbst aus der Verantwortung zu nehmen versucht. Das wirkte wenig souverän, zumal an dieser Stelle auch das Prozessmanagement des Verwaltungschefs gefragt wäre. Störmers Herausforderer, Marco Steffan und Lothar Pfeiffer, haben bisher jedoch keine Kompetenz im Umgang mit Themen bewiesen, die die innerstädtische Entwicklung betreffen. Deshalb werden sie von dieser Personalie kaum profitieren können.

 
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