Lampertheim

Weltgebetstag Ökumenischer Gottesdienst in der Lampertheimer Kirche St. Andreas

Gleichberechtigung bleibt Ziel

Archivartikel

Lampertheim.Engagierte Frauen der fünf Lampertheimer Kirchengemeinden – der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, der evangelischen Gemeinden Lukas und Luther sowie der katholischen Gemeinden Mariä Verkündigung und Sankt Andreas – haben mit musikalischer Unterstützung durch die Band Rescurrection den Gottesdienst zum Weltgebetstag der Frauen organisiert. Rund 50 Gäste waren in die St. Andreaskirche gekommen, um für mehr Gerechtigkeit und Gleichberechtigung für Frauen zu beten.

In diesem Jahr lag der Schwerpunkt des Weltgebetstages auf Slowenien. Anhand von Texten, die den Alltag der slowenischen Frauen und ihre vielschichtigen Herausforderungen und Probleme beleuchteten, wurde deutlich gemacht, dass es auch in europäischen Ländern noch ein weiter Weg zur praktizierten Gleichberechtigung für Frauen ist, obwohl die Gleichstellung von Mann und Frau in der Verfassung verankert ist. Ein Blick in die Vergangenheit erinnerte an die Gastarbeiterinnen, die aus der früheren marxistisch-sozialistischen Republik Ende des Zweiten Weltkrieges geflohen sind, weil sie sich gegen den Kommunismus stellten.

Kampf um Gerechtigkeit

Bis heute kämpfen Minderheiten wie Roma um Anerkennung und Gerechtigkeit. Die Berichte der Frauen zeigten auf, dass Alkohol- und Drogenkonsum oftmals mit Gewalt gegen Frauen in Verbindung steht und diese Probleme in allen Bevölkerungsschichten anzutreffen sind. Arbeitslosigkeit ist oftmals der Einstieg in eine Abwärtsspirale. Der Weltgebetstag sprach die Probleme offen an. Auch wurden Projekten vor Ort vorgestellt, beispielsweise die Organisation „Kljuc“, die eine Anlaufstelle für vom Menschenhandel und Zwangsprostitution betroffene Frauen unterhält. Durch die ökumenische christliche Gemeinschaft unterstützen Frauen weltweit viele Einrichtungen.

Die Textliturgie des Gottesdienstes war in gendergerechter Sprache verfasst. So wurden Worte wie „Vater“, „Herr“, „Schöpfer“ und „Allmächtiger“, die auf die Männlichkeit Gottes hinweisen, durch allumfassende Begriffe der Göttlichkeit ersetzt. Ein weiteres wichtiges Anliegen der Frauen der Weltgebetstagsgruppe war der öffentliche Aufruf zu einer ökumenischen Gemeinschaft beim Abendmahl. „Die Trennung der Konfessionen am Tisch Jesu ist für die am Weltgebetstag engagierten Menschen ein unerträglicher Zustand, denn sie stellt die Glaubwürdigkeit der christlichen Kirchen und Gemeinschaften in Frage“, lautete die Erklärung. hei

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