Lampertheim

Ökumene Gemeinsames Gebet für den Frieden in der Welt

Glocken klingen in ganz Europa

LAMPERTHEIM.Die Glocken aller Kirchen und Städte vereint für den Weltfrieden – unter dieser Losung steht eine Aktion zum internationalen Friedenstag am Freitag, 21. September. Europaweit erklingen von 18 bis 18.15 Uhr viele Glocken gleichzeitig. Auch Lampertheims christliche Gemeinden beteiligen sich und vereinen ihre Stimmen für den Frieden im gemeinsamen Glockengeläut und einer anschließenden Friedensandacht auf der Domwiese.

Wie es wohl klingt, wenn die Glocken der Domkirche, Martin-Luther-Kirche, St.-Andreas-Kirche, Kirche Mariä Verkündigung sowie der Evangelisch-Freikirchlichen Baptisten zeitgleich durch Lampertheim schallen? „Ich bin gespannt“, sagte Lukasgemeinde-Pfarrer Adam Herbert beim Pressegespräch, „das ist eine Seltenheit. Vielleicht schließt sich ja auch noch eine kommunale Glocke an, die ich bisher nicht kenne“. Die Aktion beschränkt sich nämlich nicht auf Kirchenglocken, sondern lädt alle Glockenbesitzer zum gemeinschaftlichen Läuten für den Frieden ein.

Hintergrund der Aktion ist das Europäische Kulturerbejahr, zu dem die Europäische Kommission das Jahr 2018 erklärt hat. Schon seit 1983 widmet die EU jedes Kalenderjahr bestimmten Themen. Nachdem es in den vergangenen zwei Jahren kein Europäisches Jahr gab, will die EU in diesem Jahr unter dem Titel „Sharing Heritage“(zu deutsch: Erbe teilen) die verbindende europäische Kultur ihren Bürger wieder näher bringen und gemeinschaftliches Erbe neu entdecken. Ein prägendes Kulturelement seien Glocken in Kirchen, Rathäusern oder auf Friedhöfen. Ihre Funktion ging in den vergangenen Jahrhunderten weit über das Ankündigen eines Gottesdienstes heraus. Nun sollen sie unter dem Motto „Friede sei ihr erstes Geläute“ alle gemeinsam erklingen. Das Friedensläuten soll auch an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren sowie den Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs vor 400 Jahren erinnern.

Gemeinsam hoffen

„Aber auch die aktuelle Weltlage braucht das Gebet für den Frieden“, meinte Pfarrer Herbert. Deshalb seien alle christlichen Gemeinden in der Spargelstadt zur gemeinsamen Aktion bereit. Ohnehin tausche man sich regelmäßig mit dem katholischen Pfarrer Patrick Fleckenstein und Jörg Lüling, Pastor der Baptisten, aus. „Wir brauchen Einigkeit untereinander“, betonte Herbert. Zur ökumenischen Andacht verzichten alle Würdenträger auf ihre Amtstracht. Es solle ein Gebet für den Frieden sein, zu dem jeder eingeladen sei. „Denn“, so Herbert angesichts der politischen Hilf- und Machtlosigkeit im Syrienkonflikt, „vielleicht ist das die einzige Möglichkeit, die uns in unserer Ohnmacht bleibt. Die Hände gemeinsam zum Gebet falten und hoffen“.

Info: Mehr Infos: sharingheritage.de/europaweites-glockenlaeuten/

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