Lampertheim

Beruf Integrationsbotschafter informieren über Ausbildung

„Glücklich werden im Job“

Archivartikel

Lampertheim.Gesellschaftliche Zwänge, die Erwartungshaltung der Familie, eine fremde Kultur, Sprachbarrieren und das liebe Geld – für junge Schüler mit Migrationshintergrund ist der Weg zur Selbstfindung nach der Schule oft schwierig. Berufswunsch vieler Achtklässler an der Lampertheimer Alfred-Delp-Schule: „Irgendwas mit viel Gehalt“ oder „irgendwie mit der Schule weiter machen“.

Doch „Geld ist nicht alles“, sagt ihnen der Auszubildende Tolunay Kayaalp: „Ihr müsst glücklich werden in eurem Job“. Kayaalp ist als Integrationsbotschafter an der Haupt- und Realschule zu Gast. Bei einer Aktion der Arbeitgeberstiftung Südhessen und des Vereins „InteGREATer“ berichten Auszubildende und Studenten aus ihrem Alltag.

Den Organisatoren geht es mitnichten darum, einzelne Firmen vorzustellen. „Vielmehr wollen wir Jugendlichen die Möglichkeiten aufzeigen, die sich durch eine duale Ausbildung bieten“, sagt Fabienne Bardonner von der Arbeitgeberstiftung Südhessen. Als positive Beispiele für gelungene Integration sollen daher die jungen Leute den Schülern Mut und Vertrauen in die eigenen Stärken geben. „Wir können hier immer viel erzählen. Konkrete Beispiele sind aber immer besser“, sagt Schulleiter Alexander Böhm.

Kayaalp etwa arbeitet im zweiten Lehrjahr beim Chemie- und Pharmakonzern Merck in Darmstadt. Geld sei zwar nicht alles. Aber es spiele eine Rolle. Es stehe auch für Aufstiegschancen und dafür, in der Gesellschaft akzeptiert zu werden. „Man kann aber mit 2000 Euro glücklich sein und mit 5000 Euro unglücklich“, betont er. Die Einbindung in ein betriebliches Umfeld könne Integration vereinfachen.

Kayaalps Prämisse lautet: „Sich ein Ziel zu setzen und das in einer gewissen Zeit abarbeiten.“ Ist das Ziel noch unklar, empfiehlt er Jugendlichen, Orientierungsjahre oder Praktika wahrzunehmen. Der gebürtige Afghane Ebrahim Jamshidi kam vor vier Jahren aus dem Iran nach Deutschland. Heute arbeitet der 21-Jährige bei Continental im ersten Ausbildungsjahr. Er weiß, was es bedeutet, sich alles erarbeiten zu müssen. „Neben dem Deutschkurs habe ich jeden Abend von 18 bis 0 Uhr gelernt, mir Unterlagen besorgt oder Wörter ins Pfälzische übersetzen lassen“, erzählt er. Sein Beispiel zeigt: Mit Motivation und Eigenantrieb kann man vieles schaffen. ksm

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