Lampertheim

Bürgermeisterwahl Amtsinhaber setzt sich am 26. Mai knapp gegen Herausforderer Marco Steffan und Lothar Pfeiffer durch

Gottfried Störmer bleibt Visionär mit ruhiger Hand

Archivartikel

Mit ruhiger Hand, die er generell für seine Amtsführung beansprucht, startet Bürgermeister Gottfried Störmer in das Wahljahr 2019. Der Amtsinhaber tritt an, um seinen Posten im Stadthaus für weitere sechs Jahre zu verteidigen. Doch mit der Ruhe wird es nichts. Schon im Februar macht der Name eines Herausforderers die Runde: Marco Steffan. Der Lampertheimer Immobilienmakler, der sich in der Sportgruppe Athletes for Charity engagiert, gilt als Kopf hinter einer Plakataktion, die mit der Bürgermeisterwahl am 26. Mai einen Neuanfang verspricht.

Röhrenbeck zieht zurück

Mit einer Kandidatur liebäugelt auch FDP-Fraktionsmitglied und Vorsitzender des Stadtentwicklungs-, Energie- und Bauausschusses, Fritz Röhrenbeck. Doch der Bankkaufmann und Betriebsleiter zieht nach Gesprächen mit seinen Parteifreunden und den Koalitionspartnern der SPD zurück.

Dagegen bestätigt sich das Interesse Marco Steffans am höchsten Posten im Lampertheimer Stadthaus. Im Interview mit dem „Südhessen Morgen“ bekundet er selbstbewusst: „Ich bin der richtige Mann“. Seine ehrenamtlichen Aktivitäten würde er als Bürgermeister dieser Stadt zugunsten ihrer Bürger professionalisieren wollen. Er wolle einfach „mehr bewegen“, betont Steffan. Vielfach herrsche Stillstand in der städtischen Entwicklung.

Damit nicht genug, kommt Mitte Februar ein weiterer Name ins Spiel: Lothar Pfeiffer. Der Lampertheimer Fahrradhändler hat bereits bei den Bürgermeisterwahlen vor sechs Jahren kandidiert. Nun will er es noch einmal wissen. Dass auch der frühere Hauptamtsleiter der Lampertheimer Stadtverwaltung, Grünen-Fraktionschef Stefan Nickel, Absichten hat, sich am Ringen um den Bürgermeisterposten zu beteiligen, bestätigt sich unterdessen nicht.

Demnach hat es Gottfried Störmer am 26. Mai mit zwei Herausforderern zu tun: Marco Steffan und Lothar Pfeiffer. Im Interview mit dieser Zeitung beschreibt der Amtsinhaber seine Arbeitsstrategie: „Erst mal groß denken und dann schauen, wie es sich realisieren lässt.“ Dies flicht Störmer in seine Antwort ein, mit der er die bisherige Aussichtslosigkeit einräumt, dass die Stadt das Lampertheimer Bahnhofsgebäude erwerben könne. Mit Blick auf die schwierige Verkehrslage auf der innerörtlichen B 44 beschreibt er Visionen von Über- oder Unterführungen. Auf die kritische Nachfrage zitiert er einen Spruch, der in seinem Büro hängt: „Es sind die Fantasten, die die Welt in Atem halten, nicht die Erbenszähler.“

Zu solchen möchte auch Marco Steffan nicht gerechnet werden. Sein Leitspruch heißt: „Ich kann nicht die Welt retten, aber mehr für Menschen tun.“ Er traue sich zu, „die Verwaltung neu zu formieren und in eine einsatzfreudige Mannschaft zu verwandeln“. Seine im Interview geäußerte Kritik an Amtsinhaber Störmer, Mitarbeitern der Technischen Betriebsdienste sei nach einer Stellenbewertung in einem Schreiben mitgeteilt worden, dass ihre Arbeit überbezahlt sei, wurde anschließend vom Bürgermeister zurückgewiesen. Keinem Mitarbeiter sei das Entgelt gekürzt worden.

700 bei Wahlforum

Unterdessen wirbt Lothar Pfeiffer für eine Multifunktionshalle auf dem Gelände zwischen Domgasse und Emilienstraße. Dass er persönliche Interessen damit verknüpfe, da er auf dem Gelände ein Grundstück besitzt, bestreitet Pfeiffer später. Beim Wahlforum des „SHM“ in der Hans-Pfeiffer-Halle verfolgen rund 700 Menschen das Rededuell zwischen den drei Kontrahenten.

Am 26. Mai triumphiert, zeitgleich mit der Europawahl, schließlich der Amtsinhaber – wenn auch nur knapp: Gottfried Störmer bekommt 50,6 Prozent der Stimmen vor Marco Steffan (44,4) und Lothar Pfeiffer (5,1).

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