Lampertheim

Bürgerbeteiligung Jugendförderung denkt über eine Neuauflage des Lampertheimer Kinderstadtplans nach

Grüne Flecken sollen von der Karte verschwinden

Archivartikel

Lampertheim.Zunächst war er Ergebnis eines Projekts von Kindern für Kinder. „Inzwischen ist der Lampertheimer Kinderstadtplan aber auch bei Grundschullehrern als Unterrichtsmaterial beliebt. Und bei Senioren wegen der guten Lesbarkeit“, erzählt Manfred Scholz, Mitarbeiter der Jugendförderung, und lacht. Dennoch: Hauptzielgruppe der Karte seien junge Familien, die in die Spargelstadt ziehen. Sie besorgen sich den Stadtplan, um zu erfahren, wo man in ihrem neuen Wohnort Abenteuer erleben kann. Denn das interessiert Eltern – und vor allem ihren Nachwuchs.

Was allerdings auffällt, sind grüne Flecken auf dem Plan, wo zwischenzeitlich neue Häuser entstanden sind. „Das Baugebiet Rosenstock III ist beispielsweise noch nicht in Gänze drin“, stellt Manfred Scholz mit einem prüfenden Blick fest. „Und auch die Rheinlüssen III in Hofheim sind derweil beplant und bebaut.“ Überlegungen, eine Neuauflage des Kinderstadtplans zu erarbeiten, gibt es bei der Jugendhilfe schon – jedoch noch keinen konkreten Termin, wann die Arbeiten dazu beginnen sollen.

„Mit Heimat auseinandersetzen“

Die Idee zu dem besonderen Stadtplan entstand 2012 im Arbeitskreis Jugend. „Wir wollen jungen Menschen ein Mittel an die Hand geben, sich mit ihrer Heimat auseinanderzusetzen“, erklärte Marius Schmidt damals, inzwischen Lampertheimer SPD-Fraktionsvorsitzender.

Rund 250 Lampertheimer Mädchen und Jungen streiften daraufhin als Reporter durch Kernstadt und Stadtteile, trugen ihre Lieblingsplätze und Orte für Kinderaktionen zusammen – aber auch gefährliche Stellen, die sie im Straßenverkehr vorfanden.

Seinerzeit ebenfalls mit im Boot: das Beratungszentrum für kommunale Bürgerbeteiligung (Kobra) aus Landau. Die Pfälzer Dienstleister für Partizipation geben auf ihrer Homepage an, mittlerweile über 150 Kinderpläne erstellt zu haben. In die Zahl seien auch zahlreiche überarbeitete Neuauflagen eingerechnet.

„Auch das Lampertheimer Ordnungsamt haben wir bei der Erarbeitung der Karte dazugenommen“, berichtet Manfred Scholz im Gespräch mit unserer Zeitung. Denn die Kinder hätten auf Gefahrenpunkte im Straßenverkehr hingewiesen, die Erwachsenen zum Teil gar nicht als solche wahrgenommen hätten. „Dazu gehören etwa parkende Autos auf Schulwegen. Wir Großen können über sie hinweg sehen, für die Kleinen stellen sie ein Problem dar“, macht der Mitarbeiter der Jugendförderung deutlich.

2014 wurde der Plan fertiggestellt. Auf seiner Legende sind Schulen, Kindergärten, Sportstätten, Grill- und Spielplätze verzeichnet. Zudem sind besondere Orte eingetragen, die den jungen Nutzern wichtig sind: Kletterbäume, Wiesen zum Drachensteigenlassen, Treffpunkte zum Spielen und Treffpunkte am Wasser.

Einige dieser Plätze gibt es so allerdings inzwischen nicht mehr. Bebauungen oder geänderte Verkehrsführungen gehören zu den Hauptgründen. Sollten sich der Lampertheimer Nachwuchs und die Jugendförderung also wieder ans Werk machen? Manfred Scholz sieht das so: „Schließlich sind fünf Jahre für Kinder eine halbe Ewigkeit.“ Vorlieben für Plätze, aber auch das Freizeitverhalten insgesamt veränderten sich. Daher hatte Bürgermeister Gottfried Störmer ursprünglich eine Überarbeitung bereits für 2016/2017 vorgesehen.

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