Lampertheim

Pfarrei St. Michael Annelie Litters gibt nach mehr als 25 Jahren ihr Küsteramt ab / Violetta Midzielski folgt ihr nach

„Gute Seele der Kirche“ nimmt Abschied

Archivartikel

Hofheim.Annelie Litters gilt seit etwas mehr als 25 Jahren als die gute Seele der katholischen Pfarrei St. Michael in Hofheim. Jetzt hat sie im Alter von 77 Jahren ihren Dienst beendet – vor allem, weil ihr körperliche Einschränkungen zunehmend zu schaffen machen. Wegen der Corona-Krise musste die für Anfang April geplante offizielle Verabschiedung in der Balthasar-Neumann-Kirche entfallen, sie soll aber nachgeholt werden.

Ihren Dienst habe sie immer gerne gemacht. Litters klingt äußerst authentisch, kann sich an viele Begebenheiten in den mehr als zweieinhalb Jahrzehnten Küstertätigkeit bestens erinnern, darunter eine ewig lang dauernde Taufe eines Gastpfarrers. „Die vergesse ich mein ganzes Leben nicht.“ Natürlich auch nicht den Beginn, als sie an einem Weißen Sonntag eingesprungen war und beim feierlichen Einzug der Kommunionkinder so fest an der Klingel zog, dass die Glocke hängenblieb. Beim anschließenden Mittagessen mit der Familie fasste sie dann den Entschluss, das Amt dauerhaft zu übernehmen.

Der Küsterdienst in der Pfarrei St. Michael ist wahrlich keine Nebensache. Zu den vielfältigen Aufgaben zählen das tägliche Auf- und Zuschließen der Kirche, die Vorbereitung des Altars, der Gottesdienste, die bei Taufen, Beerdigungen oder Hochzeiten schon umfangreicher ausfielen, das Zurechtlegen der Utensilien für die Pfarrer, von denen sie mit Pfarrer Günter Ott und Adam Malczyk zwei unterschiedliche Charaktere erlebte.

Es versteht sich von selbst, dass Litters bei allen Gottesdiensten dabei war. „Die Sakristei ist quasi die Schaltstelle, wo alles zusammenläuft, das geht nicht ohne eine Liebe zur Kirche“, schätzt Malczyk seine Mitarbeiterin. Er bescheinigt ihr Geschick, Belastbarkeit, Kreativität, Organisationstalent und ein Talent für den Umgang mit Menschen. „Sie hat durch ihre freundliche Art die Sakristei und die Kirche zu einem einladenden Ort gemacht“, so Malczyk.

Zuständig für die Messdiener

In all den Jahren pflegte Litters einen guten Kontakt zu den Messdienern, die sie nach Ende der Corona-Krise auch noch zum Eisessen einladen möchte. Im zurückliegenden Jahrzehnt zählte die Einteilung der Messdiener zu den Gottesdiensten ebenfalls zu Litters Aufgaben. „Das war gar nicht so einfach“, gibt sie zu, zumal sie auf einige andere Verpflichtungen ihrer Schützlinge in diesem Alter Rücksicht nehmen musste. Beide Pfarrer legten und legen großen Wert auf ein gutes Verhältnis zu den Messdienern.

„Die Kinder haben sie geliebt“, sagt die Mutter eines Messdieners über Litters. „Sie war die gute Seele der Kirche, hatte immer ein offenes Ohr, man fühlte sich einfach wohl bei ihr“, würdigt Pfarrsekretärin Katrin Scholl die Verdienste der scheidenden Küsterin. Scholl weiß, wovon sie spricht. Schließlich betreute Annelie Litters zwei Generationen der Familie: ihren Ehemann Alexander Scholl als Kind und ihre Kinder Lukas und Viktoria.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Küsterdienstkurses hat am 1. April die gelernte Kinderkrankenschwester Violetta Midzielski die Küsterstelle mit ihren vielfältigen Aufgaben übernommen. fh

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