Lampertheim

Kleinkunst Kabarettist will junge Leute für Poetry-Slam begeistern und plant drei Casting-Shows in Lampertheim

Gutschalk sucht die Super-Slammer

Archivartikel

Lampertheim.Er wolle zwar nicht der Dieter Bohlen von Lampertheim sein, aber ein Carsting mit jungen Poeten plant er ernsthaft. Noch in diesem Jahr möchte Kabarettist Peter Gutschalk in verschiedenen Lampertheimer Einrichtungen drei Poetry-Slam-Shows präsentieren. „Die persönlichen Themenfelder der Teilnehmer sind zum Beispiel Liebe, Heimat, der Alltag, die Zukunft und das Leben in Lampertheim“, erklärt Gutschalk. Er zitiert Goethe: „Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll.“ Peter Gutschalk betont, er freue sich über jede Zuschrift.

Seit gut 30 Jahren feiert der Poetry Slam – zunächst aus Amerika kommend – einen unaufhaltsamen Siegeszug. Vor etwas mehr als 20 Jahren ist er auch im deutschsprachigen Raum angekommen und erfreut sich als literarischer Wettbewerb vor Publikum großen Interesses, vor allem bei jungen Fans. Auf deren Texte hofft Gutschalk. Sie sollen sich bei ihm melden oder beim Casting vorbeikommen, da er solche literarischen Wettbewerbe organisieren möchte. „Ich freue mich riesig, mit den Teilnehmern zusammen auf der Bühne zu stehen, meine Erfahrung mit ihnen zu teilen und sie zu unterstützen“, so Gutschalk.

Hochdeutsch oder Dialekt

Der Kabarettist, Schauspieler und Mundartist konzentriert sich bei seiner Talentsuche ganz bewusst auf die Stadt Lampertheim. Ob die Nachwuchspoeten letztlich ihre Texte in Hochdeutsch oder im Dialekt vortragen möchten, spielt keine Rolle, wie Gutschalk im Gespräch sagt. Es gebe Lampertheimer, die in der Familie mundartlich sprechen und im Berufsleben hochsprachlich. Die Spargelstadt habe in früheren Zeiten viele Prominente hervorgebracht, die Gereimtes und Ungereimtes in ihrer „Muddasprooch“ aufgeschrieben und aufgesagt haben. Heinrich F. Karb, Hugo Karb, Willi Bock und Else Hanf nennt der Kabarettist als Beispiele.

Diesen Personen seien die Spargelstädter Mundartfreunde zu Dank verpflichtet. Ihre aufgeschriebenen Geschichten wie „De Schnagglrous“, „S`Bähnsche“ und „De Schparschelbaua“ sollten nie vergessen werden, sagt Gutschalk. Nun aber möchte er eine Plattform für junge Menschen schaffen. Sozusagen eine Amateur-Schriftsteller-Kultur von und mit jungen Leuten. Diese könnten in ihren Werken Lustiges oder Nachdenkliches rüberbringen, findet Gutschalk.

Das Spektrum angesagter Themen sei groß. So kann er sich beispielsweise gut vorstellen, dass es Wort-Akrobaten aus der Umgebung gibt, die sich gerne auf dem Autoren-Weg austauschen und Zeit miteinander verbringen möchten.

Und die Zuhörer? Sie könnten dann erfahren, welche Themen den jungen Menschen auf den Nägeln brennen. Früher gab es den Vortrag, „heute gibt es Poetry Slam“, sagt Gutschalk.

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