Lampertheim

Jubiläum Willi Hanf feiert als ältester Hüttenfelder seinen 95. Geburtstag / Bürgermeister Störmer überbringt Glückwünsche von Stadt, Kreis und Land

Harmonie in der Familie ist ihm das Wichtigste

HÜTTENFELD.Ein gemütlicher Stuhl und ein schattiges Plätzchen im Garten, um ihn herum Familie und Freunde. Viel braucht es nicht, um Willi Hanf zu seinem Ehrentag glücklich zu machen. Mit 95 Jahren ist er der älteste Einwohner im Stadtteil. Dabei sei er ja eigentlich „Vernemer“. Erst seine 2005 verstorbene Frau Else hat ihn zu einem echten Hüttenfelder gemacht.

Feiert Hanf runden Geburtstag, ist die Gratulantenschar groß. „Das Haus steht den ganzen Tag für Gäste offen“, erklärt seine Familie. Morgens kommen mit den Nachbarn die ersten Gratulanten. Bürgermeister Gottfried Störmer überbringt Glückwünsche des Magistrats, des Landrats und des Ministerpräsidenten. Der Hüttenfelder Männergesangsverein 1892 singt seinem ältesten Mitglied ein Ständchen. „Bis vor zwei Jahren habe ich selbst noch aktiv gesungen“, verrät Hanf stolz, „gleich in meiner ersten Woche in Hüttenfeld bin ich eingetreten“.

Geboren und aufgewachsen ist der Jubilar in Viernheim, lebte dort gerne bis zu einer denkwürdigen Radtour in der Nachkriegszeit. Hanf erinnert sich noch gut an den Abend im Sommer 1946. An seine drei Freunde, mit denen er quer durch den Wald auf einem alten Sandweg in „fremde Gefilde“ radelte. An das Gasthaus zur Sonne und an den Kerwetanz mit Else, der er fortan verfallen war. Sie erlangte später mit zahlreichen Mundart-Büchern wie „E bissl was vun de Hitt“ Bekanntheit, aus denen Tochter Helga oft vorliest.

Nur zwei Jahre nach dem ersten Treffen auf der Kerwe heirateten die Beiden, nach kurzer Zeit in Viernheim zogen sie 1951 nach Hüttenfeld. Er sei nach dem Krieg wohl der erste Viernheimer gewesen, der nach Hüttenfeld geheiratet habe und dorthin gezogen sei. „Das war ja gegen jede Vernunft“, schmunzelt Hanf bei der Erinnerung daran, wie ihn viele für verrückt erklärt hätten.

Von Hüttenfeld aus ging es für den gelernten Dreher jeden Tag mit dem Fahrrad nach Viernheim und von dort mit der OEG weiter nach Mannheim zur BBC und später zu Boehringer. Mit fünf Kindern und zahlreichen Verpflichtungen blieb für Hobbys wenig Zeit. Heute gehören zehn Enkel und sechs Urenkel zur Familie. Deren Zusammenhalt bedeutet dem 95-Jährigen viel. „Harmonie in der Familie ist das Wichtigste“, sagt er. Vier seiner Kinder wohnen noch heute auf seinem Grundstück, nur die jüngste Tochter Heidi ist „in die Pfalz ausgewandert“.

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