Lampertheim

6. Dezember St. Georgspfadfinder besuchen heute wieder zahlreiche Familien mit kleinen Kindern

Harte Arbeit für Nikoläuse

Lampertheim.Im finsteren Tann, weitab von der Straße, ist ein Tuscheln zu hören. Beim Näherkommen, im Schein des Lagerfeuers, ist dann zu sehen, wer da leise am geheimen Ort wispert: Vier Nikoläuse in der Kleidung des heiligen Bischofs Nikolaus von Myra sind es. Jeder von ihnen hat ein goldenes Buch in der Hand, in das sie die Namen der Kinder geschrieben haben, die sie heute besuchen werden.

Die wackeren Nikoläuse haben jahrelange Berufserfahrung. Doch kurz vor dem großen Tag treffen sie sich noch einmal zur Teambesprechung. Vorsichtshalber gehen sie nochmals die Listen durch. Eigentlich werden fünf Nikoläuse auf Tour sein, denn außer in der Kernstadt sind die netten Männer im roten Gewand – mit der Bischofsmütze Mitra auf dem Kopf und dem Krummstab in der Hand – auch in den Stadtteilen unterwegs.

Überhaupt wird der 6. Dezember für die Nikoläuse ein anstrengender Arbeitstag, denn bei jedem stehen mindestens acht Termine im Buch. Allerdings kommen die Nikoläuse nicht alleine zu den Kindern. Sie haben ihre Knechte als Begleiter dabei. In die Rollen der geheimnisvollen Wesen, Nikolaus und Knecht Ruprecht, sind die Georgspfadfinder geschlüpft. Eltern oder Großeltern hatten in der Nikolauszentrale angerufen und um einen Besuch gebeten.

Die Pfadfinder-Nikoläuse berichten: Wenn sie nach Hause zu den Kindern kommen, dann fragen sie diese, ob sie über das Jahr artig waren. Wenn ja, dann werden die Kinder gelobt. Manchmal müssten sie diese jedoch tadeln. Beispielsweise wenn sie nicht aufräumen wollen.

Einige Antworten oder Episoden liefern ihnen auch die goldenen Bücher. Darin haben sie aufgeschrieben, was ihnen die Eltern aufgetragen haben. Der Zettel und die Geschenke für das Kind werden dem Nikolaus beim Eintritt heimlich zugespielt. Wenn dann die stattlichen Männer mit dem Rauschebart vor den Mädchen und Jungen stehen, dann müssen sie sich konzentrieren, um die Namen richtig auszusprechen. Was bei ungewöhnlichen Namen schon mal schwierig sein kann. „Überhaupt müssen wir auf eine passende Aussprache achten“, erklärt Jan Schäfer. „Und darauf, dass wir beim Eintritt nicht an einem Türrahmen anstoßen und die Mitra vom Kopf fällt“, ergänzt Schäfer.

Strahlende Kinderaugen

„Es ist schön, in die strahlenden Kinderaugen zu schauen“, sagt Gottfried Senftner. Björn Burwitz, der Vorsitzende der Pfadfinder, berichtet, dass sie schon zu dreijährigen Kindern gerufen werden. Oftmals seien es aber Geschwisterkinder und dann wird auch schon mal ein Zweijähriges beschenkt. „Natürlich möchte der Nikolaus, bevor er das Geschenk überreicht, ein Gedicht oder Lied hören“, sagt Burwitz. Und Tim Siegel fügt hinzu: „Einige Kinder halten auch eine Bastelei oder Malerei bereit.“

„Der Nikolaus nimmt auch manchmal den Schnuller mit“, weiß Jan Schäfer zu berichten. Für die Kinder, die sich nicht von ihrem Nuckel trennen können, ist der Nikolaustag „die“ Gelegenheit, denn der Nikolaus nimmt ihn gerne mit und tauscht den Schnuller gegen ein schönes Geschenk ein, das er aus seinem Sack zaubert.

So sehr sich die Pfadfinder auf ihre Nikolausrolle freuen, so werden sie auch aufatmen, wenn die Besuchertour beendet ist. „Schließlich fahren wir kreuz und quer durch Lampertheim“, erläutert Burwitz. „Und ich bin froh, wenn der Bart wieder abkommt“, verrät Siegel und muss niesen, weil der Rauschebart seine Atemwege reizt.

Von den Eltern oder Großeltern verlangen sie keinen festen Betrag, sondern nehmen eine Spende. „Wir freuen uns über jeden Euro, der unserer Jugendarbeit zugutekommen soll“, betont Burwitz.

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