Lampertheim

Eröffnung Neue Kindertagesstätte Farbenfroh in der Ringstraße bietet 112 Plätze / Gesamtkosten: 2,2 Millionen Euro / Fünf Gruppen – davon eine U3

Haus füllt sich langsam mit Leben

Archivartikel

Lampertheim.Noch ist es leise und sauber, noch stehen nur wenige, matschige Gummistiefel in der Kindergarderobe. Bald schon aber soll es laut und fröhlich in der neuen Kindertagesstätte Farbenfroh im Neubaugebiet an der Ringstraße zugehen. Rund zwei Jahre hat es nach dem Beschluss im Stadtparlament gedauert, bis am Montag die ersten Kinder durch die Einrichtung flitzten. Bis Dezember sollen zunächst 36 Kinder in der Kindertagesstätte zu Hause sein, insgesamt bietet der Neubau Platz für 112 Kinder in fünf Gruppen. Als freier Träger hat das Familienzentrum Bensheim bei einem Rundgang am Dienstag sein Konzept präsentiert.

Im Garten werkeln noch die Technischen Betriebsdienste, in einigen Räumen fehlen noch letzte Möbel. Eines fällt beim Rundgang durch die fünf Gruppenräume aber sofort auf: Die Kita wirkt hell und aufgeräumt, hat in großzügigen Räumlichkeiten viel Platz gelassen. Spielsachen in Hülle und Fülle sind nicht zu sehen. Das liegt einerseits daran, dass mit der ehemaligen Übergangsgruppe der Kita Saarstraße erst ein Dutzend Kinder die Einrichtung besucht. Es soll aber auch Teil des Konzepts sein. „Wir werden sicher noch wachsen, aber wir haben bewusst wenig Spielzeug. Es soll nicht überladen sein, die Kleinen sollen Freiraum haben“, betonte das Team um Leiterin Lucia Pinnara.

Dazu passen multifunktionale Möbel, die sich bei Bedarf vergrößern oder untereinander verschwinden. „So können wir die Räume an die Bedürfnisse der Kinder anpassen und auch in Zukunft immer wieder verändern“, erklärte Katharina Naegele, Geschäftsleiterin des Familienzentrums.

Die fünf Gruppenräume sind gleichzeitig auch Funktionsräume. So sind die blaue, grüne oder orangene Gruppe im Rollenspielraum, Atelier oder im Konstruktionsraum zu Hause. Jeder Gruppenraum hat eigene Toiletten und einen Nebenraum, der als Snoezelraum oder Experimentierraum genutzt wird. Eine der fünf Gruppen ist für Krippenkinder unter drei Jahren mit eigenem Schlafraum.

Beim Spielen frei entscheiden

Die Gruppen sollen dabei zwar feste Stammgruppen, -räume und Bezugspersonen haben, aber frei entscheiden können, wo und mit was sie spielen möchten. „Sie sollen nicht erst fragen müssen, sondern selbst aktiv mitgestalten“, sagte Naegele. Jeder Raum hat Zugang zum Garten, wo gerade Gerüste entstehen. Man wolle viel mit den Kindern in die Natur gehen, auch ein Waldtag ist geplant. Darüber hinaus möchte das Team auch alltägliche Dinge wie Bäckerbesuche mit den Kindern erledigen.

„Das Grundgerüst ist vergleichbar mit dem Modulbau in Neuschloß, aber nicht ganz gleich“, sagte Erster Stadtrat und Sozialdezernent Jens Klingler. Der Neubau sei „die erste Einrichtung in Lampertheim mit eigens gebauten Frühstücks- und Elternzimmer“, berichtete der städtische Fachbereichsleiter Bernd Ranko.

Mit den Öffnungszeiten von 7 bis 17 Uhr trage die Kita der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung. Klingler ist besonders über die Einhaltung des Öffnungstermins froh, den man trotz kurzer Vorlauf- und Planungszeiten eingehalten habe. Dazu habe die SEL das Grundstück aus dem Bebauungsplan herausgelöst und unabhängig davon geplant.

„Es ist in den letzten sechs Jahren der vierte Neu- oder umfassende Umbau einer Kita“, mahnte er allerdings. „Auf Dauer kann eine Kommune das nicht stemmen.“ Der Neubau in der Ringstraße hat insgesamt rund 2,2 Millionen Euro gekostet und den städtischen Haushalt mit 700 000 Euro belastet.

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