Lampertheim

MGV 1840 Besondere Tour lässt die Teilnehmer auf amüsante Weise in die Lampertheimer Vergangenheit eintauchen

Heimatgeschichte erfahren

Archivartikel

Lampertheim.Als Fahrradtour mit geänderten Zielen war die Fahrradtour des MGV 1840 angekündigt worden und letztendlich wurde daraus eine heimatkundliche Exkursion rund um Lampertheim, erläutert in „Lombadda Bladd“.

Los ging es am Europaplatz, wo schon Stadtarchivar Hubert Simon auf die Radfahrer wartete, um alte Erinnerungen aufleben zu lassen oder die historische Entwicklung zu erläutern. Der frühere Almendplatz mit Rathaus und Kirche St. Andreas stellt den Mittelpunkt von Lampertheim dar, von dem sich der Ort mit Ober- und Unterdorf entwickelte. Erst 1897 erhielten die Kaiser-und Römerstraße (in Platt „Reemaschdrooß) ihre heutige Bezeichnung. Gleichzeitig ist das Areal um die Kirche mit 94 Metern der höchste Punkt in Lampertheim erläuterte Simon. Anschließend berichtete Karl-Heinz Horstfeld, Mundartfan und Gründer der „Lombadda Babbler“ den Radfahrern über die Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft.

Aus einem persönlichen Interesse an mundartlicher Sprache hat er sich mittlerweile in Förderung und Erhaltung der Muttersprache engagiert und zusammen mit Gleichgesinnten vielfältige Aktivitäten entwickelt. Man trifft sich regelmäßig in der AG, an einer Grundschule laufen Aktivitäten und immer neue Wörter werden gefunden und ermittelt. Mittlerweile sind 2500 Synonyme aufgelistet, an ein heimatsprachliches Buch ist gedacht und an werbewirksame Ideen wie ein Kurzgeschichten-Wettbewerb ist auch im Gespräch. Unterstützt wurde er in seinen Ausführungen von Kerstin Zecher.

Quiz sorgt für Abwechslung

Dann aber ging die Radtour los in Richtung Bruch. An der Bahnunterführung für Fußgänger wurde haltgemacht, hier war es vor allen Dingen Fritz Medert der noch kleine Histörchen von dem Gebiet erzählen konnte. Karl-Heinz Horstfeld hatte zusätzlich die Örtlichkeiten auf Schildern in Mundart verewigt, dazu animierte er die Teilnehmer zu einem kleinen Quiz, wobei er jeweils Ausdrücke vorgab und wer wollte, konnte das in eine Sprache übersetzen, welche Alle verstanden.

Das Kroddeloch war nächster Haltepunkt. Ausrangierte Eisenbahnwaggons standen dort im Umfeld und dienten vor dem Krieg als Behausung. Später wurden sie kurzerhand abgefackelt und durch Baracken ersetzt, der eigentliche reguläre Baubeginn begann erst nach dem Krieg. Interessant auch die Entstehungsgeschichte des großen Holzkreuzes an der Tuchbleiche. Gespendet wurde es von Küfermeister Heinrich Metzner, Fritz Medert war bei der Errichtung und beim Transport noch persönlich dabei.

Vorbei ging es anschließend am Stadion, gleich nach dem Krieg ein Gefangenenlager wie man unterwegs erfuhr, zum „Alten Hafen“ beim Fährhaus. Hier wartete Marius Schmidt mit Erika Krämer schon auf die Radler, um über die Entstehung des Biedesand zu berichten. Welsches-Loch und Fretter-Loch durften da nicht fehlen. Vor der Rheinbegradigung war das Gebiet um Lampertheim immer hochwassergefährdet, aus der Zeit stammt auch die Geschichte von den katholischen Gläubigen, welche eine zweite Kirche haben wollten und vom Bistum die Antwort erhielten, das die Kirche nicht notwendig ist, weil über kurz oder lang Lampertheim sowieso weggeschwemmt wird.

Mundartgedicht zur Abrundung

Erika Krämer verlas zur Abrundung noch ein Mundartgedicht über die Schönheiten des Naturschutzgebietes ehe die letzte Station das „Gaasenescht“ angefahren wurde. Die Gaststätte gibt es nicht mehr der Name resultiert aus der Historie, das zugezogene Bischofsheimer arm waren und nur Ziegen halten konnten. Nach so vielen Informationen traf sich die Runde abschließend beim Kreuzhofbauer, um bei längerer Rast das Erlebte zu vertiefen.

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