Lampertheim

Diakonisches Werk Jugendberufshilfe informiert Eltern darüber, wie sie ihre Kinder bei der Berufswahl unterstützen können / Auch über Ausbildungswege wird gesprochen

Hilfe auf dem steinigen Weg in die Arbeitswelt

Lampertheim.Die Jugendberufshilfe des Diakonischen Werkes Bergstraße widmet sich einer Frage, die zahllose Eltern umtreiben dürfte: „Wie unterstütze ich mein Kind auf dem Weg in den Beruf?“, lautet der Titel eines Infoabends, der sich Ende Oktober an Mütter und Väter aus dem südhessischen Ried richtet.

„Für manche junge Menschen ist die Entscheidung für einen Beruf schwierig. Bei dieser Herausforderung können Eltern helfen“, sagt Marion Biehal. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Tatjana Maier-Borst kümmert sich die Sozialarbeiterin um Jugendliche, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, aber nicht genau wissen, wo und wie sie diese Herausforderung stemmen können.

„Nach unserer Erfahrung können die Eltern wichtige Ratschläge geben“, sagt Maier-Borst. So gebe es in Zeiten des Fachkräftemangels gerade in kleineren Handwerksbetrieben offene Stellen, für die sich eine Bewerbung lohne. Indes hätten junge Menschen nicht immer einen realistischen Blick auf die Arbeitswelt und ließen sich womöglich auch vom Namen und dem Prestige eines großen Unternehmens blenden.

Blick auf Berufsbilder ändert sich

Hinzu komme, dass der gesellschaftliche Wandel auch den Blick auf bestimmte Bereiche trüben kann. „Sicher, eine Metzgerlehre eignet sich aus Sicht mancher Jugendlicher nicht besonders gut zum Angeben“, sagt Biehal. Während große Unternehmen als sichere Arbeitgeber gelten, sehe es mit dem Image kleinerer Betriebe nicht so rosig aus.

Gleichwohl könnten Mutter und Vater mit gutem Zureden erreichen, dass ein junger Mensch die Arbeit zumindest während eines Praktikums genauer unter die Lupe nimmt. „Manchmal stelle sich dann womöglich auch Interesse ein“, sagt Biehal. Auf dem Elterninfoabend der Fachstelle gibt es aber noch weitere Ratschläge für Eltern. Dazu zählt etwa der Überblick zu möglichen Ausbildungswegen, genau so wie die Informationen zur Arbeitsmarktsituation in der Region. „Die mittlerweile zahlreichen Ausbildungsformen sind für viele Eltern verwirrend. Daher versuchen wir hier Orientierung zu geben“, sagt Maier-Borst. Ähnlich sieht es bei den Möglichkeiten für eine Überbrückung aus. Etwa wenn der direkte Einstieg in die Ausbildung noch nicht geklappt hat.

Die beiden Sozialarbeiterinnen sind in speziellen Kursen auch für die Jugendlichen selbst da. Vor allem wenn ein Schulabschluss fehlt oder die Noten schlecht sind, helfen sie. Auch ein Ausbildungsabbruch, soziale und familiäre Konflikte könnten für Jugendliche oft zu einem kaum lösbaren Problem werden.

Im vergangenen Jahr gab die Jugendberufshilfe des Diakonischen Werkes Bergstraße 132 Jugendlichen Hilfestellung auf ihrem steinigen Weg in den Beruf. Dabei ging es beispielsweise um das Verfassen von Bewerbungen oder um die Vorbereitung von Vorstellungsgesprächen.

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