Lampertheim

Kleingärtnerverein Infoveranstaltung zur Kunst des Obstgehölzschnittes / Rund 30 Interessierte trotzen nasskaltem Wetter

Hobbygärtner erhalten Tipps von den Profis

Archivartikel

Hüttenfeld.In Zeiten von Fridays for Future und dem Trend, sich gesund und möglichst fleischlos zu ernähren, gewinnt regionales Obst und Gemüse immer mehr an Bedeutung. Die wohl nachhaltigste Art des Konsums ist dabei noch immer der Anbau im eigenen Garten, doch das will gelernt sein. Zu diesem Zweck holten sich die Hüttenfelder Kleingärtner professionelle Unterstützung in die Hüttenfelder Schrebergärten. Fachberater des Kreisverbandes Starkenburg der Kleingärtner unterrichteten circa 30 Besucher in der Kunst des Obstgehölzschnittes. Neben Vereinsmitgliedern mit eigenen Schrebergärten waren wie in den vergangenen Jahren auch interessierte Hobbygärtner aus Hüttenfeld und Umgebung mit dabei. Karlfried Rensch, Geschäftsführer des Vereins, freute sich über das Interesse des gemischten Publikums.

Auf den Zeitpunkt kommt es an

Statt eines Theorievortrages besuchten die Fachberater mit Kleingruppen ausgewählte Schrebergärten, um ihre Tipps am lebendigen Beispiel vorführen zu können. Wird ein Baum richtig geschnitten, so kann man dadurch den Ertrag steigern und wer freut sich schließlich nicht über eine üppige Ernte? Als Versuchsobjekte zur Demonstration der richtigen Schnitttechnik dienten in erster Linie kleine Apfel- und Birnbäume. Da es hinsichtlich des Ertrags besonders auf den richtigen Schnittzeitpunkt ankommt, sind diese Arten in dieser Jahreszeit für eine solche Vorführung besonders geeignet. Der in einem der ausgewählten Gärten wachsende Pfirsichbaum blieb dagegen verschont, da er als Steinobstbaum erst im März geschnitten werden sollte. Damit stellt er allerdings die Ausnahme unter den Steinobstbäumen dar, für die normal ein Sommerschnitt direkt nach der Ernte empfohlen wird.

Beim Schneiden selbst sollte man genau darauf achten, welche Äste man kürzt. Grundsätzlich gilt, dass man alle Triebe, die annähernd senkrecht nach oben oder nach unten wachsen, abschneiden kann. Das gleiche gilt für herabhängende, angetragene Triebe, die den jungen Trieben die Nährstoffe wegnehmen. Auch Zweige, die sich kreuzen oder den Mitteltrieb zu überwuchern drohen, sollte man entfernen. Allerdings sollte man darauf achten, dass man seine Obstbäume möglichst gleichmäßig zurückschneidet, sodass auf keiner Seite ein Übergewicht entsteht und der Baum einzuknicken droht. Ebenso wichtig ist die Form des Baumes und die sogenannte Saftwaage. Die Krone eines Obstbaumes sollte in Pyramidenform geschnitten werden, wobei der Mitteltrieb die Spitze darstellt. Um das Wachstum und die Fruchtbarkeit zu gewährleisten, sollten alle weiteren Äste mit der Spitze einen Winkel von etwa 60 Grad bilden. Geschnitten werden sollte im zeitlichen Abstand von etwa zwei bis drei Jahren. Beim Pflanzen von Obstbäumen kommt es darauf an, sie nicht zu nah an einer Grundstücksgrenze und auch nicht zu nah beieinander zu pflanzen, da sie sich sonst in die Quere kommen. Für veredelte Obstbäume gilt, dass man sie nicht zu tief einpflanzen darf. Die Veredelungsstelle sollte etwa eine Hand breit über dem Boden sein.

Obwohl im Laufe der Veranstaltung mehrere Schauer über die Hüttenfelder Schrebergärten zogen und auch der Wind zunahm, hielten die interessierten Besucher bis zum Schluss durch und freuten sich schon darauf, die gewonnenen Informationen und Tipps bei hoffentlich bald besser Wetter im heimischen Garten anwenden zu können. gün

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