Lampertheim

Herz-Jesu-Gemeinde Klangvolle Messe zum Gedenken an Schutzheiligen der Jäger / Bläser aus Siedelsbrunn und Schriesheim

Hornklänge erfüllen Gotteshaus

HÜTTENFELD."Endlich wieder Hubertusmesse in Hüttenfeld, endlich!", sprach Pfarrer Patrick Fleckenstein den Besuchern der katholischen Kirche am Sonntagabend aus dem Herzen. Nach einer erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr feierten die Gläubigen erneut eine musikalische Andacht zu Ehren des heiligen Hubertus, Schutzpatron der Jäger. Pfarrer Fleckenstein prangerte in seiner Predigt die Verantwortungslosigkeit der Menschheit im Umgang mit der Natur an.

"Voll wie an Weihnachten", schmunzelte der Geistliche bei seiner Begrüßung ob der letzten Besucher, die nur noch Stehplätze ergatterten. Auch Bürgermeister Gottfried Störmer wohnte der außergewöhnlichen Andacht bei, die fast schon einem kostenlosen Bläserkonzert glich.

Besondere Atmosphäre

Traditionell rund um den Hubertustag am 3. November huldigen Gläubige Huberts von Lüttich. Die Legende seiner Heiligsprechung verhalf nicht nur einem weltbekannten Kräuterlikör zum Logo, sondern machte ihn auch zum Patron der Jäger. An einem Karfreitag erschien ihm auf der Jagd nach einem Hirsch ein strahlendes Kreuz zwischen dem Geweih. Fortan besann er sich auf ein frommes Leben, wurde Bischof von Maastricht und stieg posthum gar zum Heiligen auf.

So wie Hubertus, der Bogen oder das Gewehr ist auch das Horn untrennbar mit der Jagd verbunden. Ursprünglich als wichtiges Verständigungsmittel über große Distanzen eingesetzt, gehört das Signalinstrument in Zeiten von Smartphones zum traditionellen Brauchtum der Jäger. Ihre volltönigen Klänge machten die Messe in der Herz-Jesu-Kirche zu einem besonderen Erlebnis. Die Jagdhornbläser aus Siedelsbrunn, die aus dem bereits verschneiten Odenwald angereist waren, hatten auf der Empore Stellung bezogen. Mit dem Begrüßungssignal "Introitus" eröffneten sie den Gottesdienst.

Eine zweite Bläsergruppe aus Schriesheim begleitete die Messe indes mit Parforcehörnern in Es vom Altarraum aus. Die Hörner, die üblicherweise im Freien eingesetzt werden, sorgten in dem Kirchengebäude mit kraftvollem "Kyrie", "Gloria" und "Agnus Dei" für besondere Atmosphäre. Zusammen mit der herbstlichen Jagd-Deko harmonierten sie mit den Worten des Pfarrers, der in seiner Predigt den Bezug zur Natur herstellte.

Fleckenstein rückte die Verantwortung des Menschen für die göttliche Schöpfung in den Mittelpunkt. "Für unsere Welt, die in einem erschreckenden Zustand ist, tragen wir alle die Verantwortung", verdeutlichte er. Besonders auf den Satz der Schöpfungsgeschichte der Mensch solle sich die Erde untertan machen ging er ein. "Klimawandel, Waldsterben, Insektensterben, Massentierhaltung - so hat es Gott offensichtlich nicht gemeint!", so seine Gesellschaftskritik. Die Menschen sollten sich an der Vielfalt der Erde erfreuen, statt so brutal mit ihr umzugehen, betonte der Pfarrer.

Nach einer musisch untermalten Kommunion schlossen die Siedelsbrunner Bläser die Messe mit dem Signal "Marche solennelle". Anschließend versammelten sich die Gläubigen mit Pfarrer Fleckenstein zu einem gemütlichen Beisammensein bei Speis und Trank im Pater-Delp-Zentrum. ksm

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