Lampertheim

Geschichte Emil Hoffmann entdeckt immer wieder Fundplätze / Experte bescheinigt „umfassende Kenntnis“

Hüttenfelder Autor ist der Steinzeit auf der Spur

Hüttenfeld.Wenn der „Archäolithiker“ Emil Hoffmann nicht gerade Artefakte von Steinzeitmenschen bestimmt oder Vorträge über die Steinzeit hält, schreibt er Bücher. Seine eigene Bezeichnung „Archäolithiker“ setzt sich aus „Archäo“ (alt) und „Lithos“ (Stein) zusammen. Der Hüttenfelder Autor arbeitet unermüdlich und hat mittlerweile mit Unterstützung seiner Ehefrau Renate Hoffmann sein zehntes Buch veröffentlicht. Das trägt den Titel „Die Entwicklung der Erde, ihre Lebewesen und menschlichen Kulturen“.

Lehrbuch über Vergangenheit

Worüber der 91-Jährige sagt: „Es ist ein Lehrbuch über unsere Vergangenheit“. Bis jetzt hat sich der wissenschaftlich arbeitende Archäolithiker meistens mit der Alt- und Jungsteinzeit befasst. Das Ehepaar Hoffmann hatte der Stadt Lampertheim die Dauerausstellung „Geheimnisse der Steinzeit – mit Blick auf die Evolution des Menschen“ geschenkt, die in der Stadtbücherei zu besichtigen ist. Und kürzlich war Emil Hoffmann vom Altertumsverein Grünstadt-Leilingerland eingeladen worden, seinen Vortrag „Die Steinzeit erklären und verstehen“ zu halten. „Eigentlich wollte ich in meinem aktuellen Buch auch nur über die Altsteinzeit und die Evolution der Menschen schreiben“, erklärt der Schriftsteller.

Denn über die früheste Epoche der Menschheitsgeschichte sei wenig überliefert. Bei Ausgrabungen, Bauarbeiten und auch in Höhlen sind Überreste von Steinzeitmenschen, Werkzeugen und Geräten gefunden worden, und anhand dieser Fundstücke könne manches über ihr Leben nachvollzogen werden. Für sein neues Buch hatte Hoffmann entschieden: „Ich fange ganz von vorne an, nämlich wie das Leben auf der Erde begonnen hat. Als sich organische Verbindungen gebildet haben, die winzige Einzeller hervorbrachten und aus denen dann komplexere Lebewesen entstanden sind“, so sein Gedanke.

Fast zwei Jahre hat er gebraucht, bis sein Lehrbuch fertig war. Das Deckblatt zeigt einen Haustein, ein Werkzeug, das das Ehepaar Hoffmann an der Fundstelle Battenberg entdeckt hatte. Im Werk sind weitere Artefakte und Werkzeuge zu sehen, die Renate Hoffmann vom Original abfotografiert hat. Außerdem schrieb Emil Hoffmanns langjähriger Freund und Mitstreiter, der Ur- und Frühgeschichtsexperte Professor Clemens Eibner, das Vorwort. In dem steht: „Der Autor hat in liebevoller Kleinarbeit alles zusammengetragen, was unser Wissen über die Entstehung der Erde und die Evolution der belebten Erde vertieft.“ Und weiter: „Ein Schwerpunkt dieser Publikation ist der Formenreichtum der Steingeräte, die die Menschheit im Laufe der Zeit benutzte. Hier breitet Emil Hoffmann seine umfassende Kenntnis aus.“

Der Archäolithiker beschreibt die Entstehung der Erde vor 4,6 Milliarden Jahren, als sie aus Sternenstaub geboren wurde und einer großen Kugel aus glühendem Gestein glich. Wasserdampf bewirkte die ersten Regenfälle, und eine immer dicker werdende Erdkruste entstand, die zu Kontinenten führte.

Ursprung Mikrobe

Wasser sammelte sich als Meere, und in ihnen begann mit den ersten Bakterienspuren das Leben, heißt es in Emil Hoffmanns wissenschaftlicher Arbeit. „Zwei Mikroben haben sich vor langer Zeit zusammengeschlossen, und alle weiteren Entwicklungen stammen von diesen winzigen kleinen Lebewesen ab, auch wir Menschen“, betont der Archäolithiker. roi

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