Lampertheim

Kulturstätte Debatte über Ergänzungsantrag der SPD/FDP-Koalition

Im Grundsatz für den Campus

Archivartikel

Lampertheim.Bürgermeister Gottfried Störmer machte sich in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung abermals stark für die Einrichtung einer Kulturstätte auf dem Gelände des geplanten Biedensand-Campus. Eine Bürgerinitiative, das Gesundheitsnetz der Lampertheimer Ärtzeschaft (GALA) und die Musikschule signalisierten ein hohes Interesse an diesem Standort. Landrat Christian Engelhardt stehe diesem Modell wohlwollend gegenüber. Der Kreischef hatte die Stadt aufgefordert, bis August eine Grundsatzentscheidung herbeizuführen.

Gegen diese vom Landrat gesetzte Frist gab es im Stadtparlament Protest, vor allem aus den Reihen der SPD/FDP-Koalition. Diese brachte einen Änderungsantrag ein, der darauf abzielte, neben einer Kulturstätte auf dem Campus auch den Ausbau von Hans-Pfeiffer-Halle und Zehntscheune für kulturelle Zwecke zu berücksichtigen. FDP-Fraktionsmitglied Fritz Röhrenbeck begründete in der Debatte, eine Campus-Lösung lasse sich frühestens in acht bis zehn Jahren realisieren, und das bei unsicherer Haushaltslage. Auch habe der Kreis signalisiert, dass er sich an einer Finanzierung nicht beteiligen werde.

Neben der Möglichkeit, eine Kulturstätte auf dem Campus-Gelände zu errichten, solle die Verwaltung deshalb auch als Alternative eine Sanierung der Hans-Pfeiffer-Halle ins Kalkül ziehen. In Kombination mit der Zehntscheune, deren Sanierung bereits Bestandteil des Stadtumbaukonzepts sei, ließen sich hierdurch möglicherweise Räumlichkeiten für kulturelle Zwecke schaffen.

Raum mit Atmosphäre

Unterdessen äußerte CDU-Fraktionsmitglied Alexander Scholl angesichts dieser unterschiedlichen Optionen den Eindruck, die Koalition wisse nicht so recht, was sie in Bezug auf die Schaffung einer Kulturstätte wolle. Er stellte vor allem die Interessen der Musikschule an einer Campus-Lösung in den Mittelpunkt. Auch sei an die Möglichkeit einer gemeinsamen Stadt- und Schulbibliothek zu denken. Benötigt werde ein Raum mit Atmosphäre, verwies Scholl auf das Flair der „Schulturnhalle“ im Weidweg.

Dagegen sprach Grünen-Fraktionsmitglied Frank Hege von einem „Wunschtraum“, der sich mit einer Kulturstätte auf dem Campus verbinde. Alternativen seien deshalb begrüßenswert, anstatt sich dem Ansinnen des Landrats „blauäugig“ zu ergeben. Insgesamt erkannte Hege bei diesem Thema „zu viele Fragen und zu wenige Antworten“. Auch SPD-Fraktionschef Marius Schmidt sah die Rolle des Kreises in Bezug auf eine Campus-Kulturstätte kritisch. „Außer guten Wünschen und einen warmen Handschlag wird es nichts geben“, widersprach er den Hoffnungen der Christdemokraten auf Synergieeffekte.

Es sei im übrigen auch eine Frage der politischen Schwerpunktsetzung, ein Projekt wie eine Kulturstätte mit Investitionen in Höhe eines „hohen einstelligen Millionenbetrags“ zu beschließen oder einen neuen Standort für den Bauhof voranzutreiben. Das Stadtparlament sah Schmidt eher in der Verantwortung, für sichere Unterkünfte der Bauhofmitarbeiter zu sorgen.

Die Stadtverordneten stimmten über einen zweiteiligen Beschluss ab. So gab es die ungeteilte Zustimmung für die Grundsatzentscheidung, die Einrichtung einer Kulturstätte auf dem Campus-Gelände zu prüfen. Den Ergänzungsantrag der Koalition, auch die Pfeiffer-Halle und die Zehntscheune ins Kalkül zu ziehen, wurde lediglich von der CDU-Fraktion abgelehnt. urs

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional