Lampertheim

Litauisches Gymnasium Feier zum Tag der Deutschen Einheit mit Musik und Literatur / Appell, Freiheit besser wertzuschätzen

„Im Herzen doch alle Europäer“

Archivartikel

HÜTTENFELD.Der Tag der Deutschen Einheit ist für das Litauische Gymnasium nicht nur mit dem Mauerfall in Deutschland verbunden, sondern auch mit dem Fall des Eisernen Vorhangs und der neuen Freiheit im Baltikum. In einer musikalisch-literarischen Feierstunde beging das private Gymnasium den Tag auch in diesem Jahr traditionell eine Woche früher. Gemeinsam mit Hüttenfelds Chören und dem Europaabgeordneten Michael Gahler (CDU) zelebrierte die Schule ihre besondere Verbindung zu Europa und mahnte, die Freiheit besser wertzuschätzen.

„Wir feiern einen Tag, der die Geschichte Deutschlands, Europas und der Welt verändert hat“, erinnerte Janina Vaitkiene im Schlosssaal zur Begrüßung an die Tragweite des Feiertags. Der 3. Oktober habe einen „Epochenwandel“ eingeleitet und Umwandlungsprozesse im Osten erst möglich gemacht, so die Schulleiterin. „Im Herzen sind wir“, hoffte sie, „doch alle Europäer“.

Ehrengast und Europaparlamentarier Michael Gahler erinnerte in seinem Grußwort an die Proteste 1989 im Baltikum und in Polen, welche den Deutschen Mut gemacht und den friedlichen Mauerfall erst ermöglicht hätten. „Nur gemeinsam sind wir stark, nur gemeinsam sind wir frei“, lautete Gahlers europäischer Appell.

Neben den nachdenklichen Tönen stand am Donnerstagabend aber vor allem Musik auf dem Programm. Der Frauenchor des MGV 1892 Sängerbund Hüttenfeld eröffnete den Abend andächtig mit „Only Time“ von Enya und besang unter Dirigent Marc Bugert auf Deutsch die „Freiheit“. Unbeschwerter war der Auftritt der fünften Klasse mit dem kleinen Orchester. Die Schüler sangen und rappten „Ich bin mein bester Freund“ von Otto aus dem Film „Ice-Age“. Die jungen Sänger griffen den Gemeinschaftsgedanken auf und gaben unter anderem „We are the World“ unter der Leitung von Ronny Ehret zum Besten.

Den geschichtlichen Rahmen schufen die Elftklässler. Mit einer Präsentation, Gedichten und Vorträgen erinnerten sie an die Mauer als „kalte Narbe Europas“, an die Opfer sowie an Glasnost und Perestroika. „Ohne Freiheit ist alles andere nichts wert“, lautete ihre Botschaft.

Anschließend kehrte wieder Fröhlichkeit ein. Sechstklässler Sam Pilz („Marelles“) und Fünftklässlerin Emilia Kabus („Für Elise“) begeisterten das Publikum mit Harfensoli. Kabus verzauberte die Gäste dann noch mit Ballett zu Beethovens Mondscheinsonate. Begleitet wurde sie von Beata Sergunaite am Klavier.

Auch der Abschluss des Abends sollte etwas Besonderes bereit halten. Eine Band aus Geordan Gesink, Marc Breithaupt und Frederic Nader präsentierte eine Eigenkomposition. Der Zwölftklässler Gesink hatte Text und Noten im Laufe des Schuljahres selbst kreiert. ksm

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