Lampertheim

Aktion Die Lampertheimer Pflegedienstleiterin Veronica Steinert berichtet in der TV-Sendung „Nachtcafé“ von einem schweren Schicksalsschlag

Im Wünschewagen zum Ort der Träume

Archivartikel

Lampertheim.Veronica Steinert muss schon durch ihren Job als Pflegedienstleiterin in der Lampertheimer Senioren-Residenz Haus Dominikus mit Krankheiten und psychischen Belastungen von Menschen umgehen. Zusätzlich meistert die 42-Jährige ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Betreuerin der Fahrgäste des Wünschewagens Mannheim. Dass sie selbst einmal Leid erfahren würde, damit hatte die Lampertheimerin allerdings nicht gerechnet.

Ehemann Helmut war die große Liebe Veronica Steinerts. Er erkrankte unheilbar an Krebs. Da es sein Wunsch war, das Disneyland in Paris zu besuchen, machte sich das Team des Wünschewagens mit einem Rettungssanitäter an Bord auf den Weg. Am Ort angekommen, konnte die Familie abschalten und ein paar schöne Tage genießen. Vor kurzem ist Helmut Steinert seiner schweren Krankheit erlegen.

Ehefrau Veronica blieb tapfer. „Reden gehört zur Trauerbewältigung“, erklärt die Pflegedienstleiterin im Gespräch mit dem „Südhessen Morgen“. Die Zuschauer der SWR-Sendung „Nachcafé“ konnten jetzt Einblicke in die Lebensgeschichte von Veronica Steinert gewinnen. Tina Schönleber, Koordinatorin des Wünschewagens Mannheim, hatte im Vorfeld die Pflegerin ermutigt, ins Studio nach Baden-Baden zu fahren und in der Sendung „Mein größter Wunsch“ den Zuschauern ihre Erfahrungen mitzuteilen.

Das Projekt Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) wird aus Spenden finanziert. Die Ehrenamtlichen bringen schwerstkranke Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt noch einmal an jenen Ort, an dem sie sich gerne aufgehalten haben. Veronica Steinert bekräftigt: „Viele Fahrgäste sind zwischen 40 und 60 Jahre alt. Wir versuchen, jeden Wunsch zu erfüllen.“ In der Sendung unterhielt sich Moderator Michael Steinbrecher mit Steinert und anderen Gesprächspartnern. Die Fernsehsendung wurde live ausgestrahlt. „Wir waren auch in einer Westernshow“, berichtete Veronica Steinert darin. Ihr Ehemann habe alle Aktivitäten noch voll genießen können. Die attraktive Hotel-Suite hatte die Firma des Verstorbenen bezahlt. „Disneyland war eine Traumwelt, aber auf der Rückfahrt holte uns die Realität wieder ein“, erinnerte sich die Ehefrau. Dennoch sei diese Tour wichtig gewesen. Das Zusammensein sei viel intensiver gewesen: „Und die Erinnerungen kann keiner nehmen, ich schöpfe daraus meine Kraft.“

Auch ihre vier Kinder und ihr Enkelkind helfen Veronica Steinert, über den schweren Schicksalsschlag hinwegzukommen.

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