Lampertheim

Vereine Stadt vergibt Förderpreise im Bereich Sport, Kultur und Jugendförderung / Nur wenige Gäste bei der Verleihung anwesend

„Immer schwerer, fürs Ehrenamt zu begeistern“

LAMPERTHEIM.„Was wäre eine Stadt ohne Vereine?“ Mit dieser Frage eröffnete Bürgermeister Gottfried Störmer am Freitagabend die jährliche Verleihung der Vereinsförderpreise in der Hans-Pfeiffer-Halle. „Wie ein Park ohne blühende Pflanzen“, meinte Stadtrat und Laudator Gottlieb Ohl, das Stadtoberhaupt selbst mochte sich das erst gar nicht vorstellen. Wie wichtig ein vielfältiges Vereinsleben für Lampertheim ist, brachte die Kommune einmal mehr mit der Vergabe von 23 Geldpreisen im Gesamtwert von 7850 Euro zum Ausdruck.

Der Abend zeigte aber auch, dass Ehrenamt und besonders dessen Anerkennung in einer Krise zu stecken scheinen. Denn außer den Geehrten selbst kamen nur wenige Bürger in die Hans-Pfeiffer-Halle. Da half es sicher auch nicht, dass die Stadt zeitgleich die „Sommernacht in LA“ veranstaltete. Selbst der Reit- und Fahrverein, immerhin mit zwei Preisen über 650 Euro bedacht, hatte keinen offiziellen Vertreter geschickt. So musste Laudator Gottlieb Ohl in seiner Funktion als langjähriges Vereinsmitglied kurzerhand die Urkunden entgegennehmen. Ein Rahmen, der den immensen ehrenamtlichen Leistungen der Lampertheimer Vereine nicht gerecht wird.

27 000 registrierte Mitglieder

Das fand auch Bürgermeister Störmer „schade“, obwohl immerhin viele politische Vertreter den Vereinen mit ihrer Anwesenheit Respekt zollten. Neben dem Rathauschef wohnten auch Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass, Erster Stadtrat und Laudator für Jugendförderung Jens Klingler und viele Vorstandsmitglieder der Parteien den Ehrungen bei. Für die vielen freien Plätze in der großen Halle hatte Störmer eine mögliche Erklärung. „Unseren Mitmenschen ist oft nicht bewusst, wie viel in den Vereinen geleistet wird“, betonte er. Für viele gehöre das zum normalen Alltag. „Dabei lebt die Gesellschaft davon, dass Sie sich für andere engagieren“, wandte sich Störmer an die Ehrenamtlichen.

Michael Stolz, der stellvertretend für alle ausgezeichneten Vereine sprach, unterstrich ebenfalls: „Es wird immer schwerer, Menschen fürs Ehrenamt zu begeistern. Die Vereine aber leisten wichtige, integrative Arbeit in den Bereichen Erziehung, Bildung und Gesundheitsvorsorge“. Dennoch seien in Lampertheim noch immer rund 27 000 Vereinsmitglieder registriert.

Sein ausdrücklicher Dank ging an die Stadt, denn Förderpreise seien nicht selbstverständlich und Ansporn für die Vereine. Dass man auch heute in Vereinen noch etwas bewegen könne, dafür seien die Vereine auf der Bühne Beispiel.

Die erlebten mit Moderator und Ortsvorsteher Alexander Scholl einen „Hofheimer Abend“. Der TV Hofheim gewann die Kategorie Jugend, während der Hofheimer Fußballverein die Kategorie Sport für sich entschied. Auch der evangelische Posaunenchor und der Feuerwehrverein heimsten Preise ein.

Die künstlerische Gestaltung des Abends kam ebenso aus den Stadtteilen. Intro und Abschluss spielte der Hofheimer Posaunenchor unter der Leitung von Franz Gander, dazwischen sorgte die Turngruppe „Stud Buttons“ vom TV mit einer akrobatischen Hommage an den Film „Nachts im Museum“ für Begeisterung. Neben den Hofheimern steuerte auch der evangelische Posaunenchor aus Neuschloß unter Hans-Peter Stoll zwei Beiträge bei.

Die Kulturkategorie gewann der Männergesangsverein 1840 aus Lampertheim, wie Sieger fühlten sich aber alle Geehrten. „Jeder Verein hätte es verdient“, fand auch Karl Heinz Berg, Hüttenfelds Ortsvorsteher und Laudator für Sport. ksm

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