Lampertheim

Marktbericht Sparkasse Worms-Alzey-Ried legt Zahlen vor / Gerade Familien suchen Wohnraum im Umfeld der großen Städte

Immobilienpreise ziehen an

LAMPERTHEIM.Der Immobilienmarkt boomt, die Preise steigen besonders in den Großstädten. Noch ist die Entwicklung in Lampertheim und dem hessischen Ried vergleichsweise moderat. Doch das könnte sich bald ändern, glaubt die Sparkasse Worms-Alzey-Ried. Denn das Einzugsgebiet der Städte werde immer größer, Umland wie das Ried zwischen zwei Metropolregionen immer beliebter.

Einen Überblick zur Marktlage in der Region bietet nun der erstmals veröffentlichte Immobilienmarktbericht der Sparkasse. Das digitale und analoge Nachschlagewerk gibt als eine Art „Schwackeliste“ Auskunft über aktuelle Kauf- und Mietpreise. Das Kreditinstitut will damit für mehr Transparenz sorgen und Bürgern eine kostenlose Orientierungshilfe an die Hand geben.

Dass ihr Immobilienmarktbericht 2019 etwas „Einmaliges“ ist, da waren sich die Sparkassenvertreter bei der Vorstellung sicher. „Das hat es in dieser Form noch nicht gegeben“, betonte Vorstandsvorsitzender Marcus Walden zu Beginn des Pressegesprächs. Haus- oder Wohnungspreise finde man zwar auch anderswo, aber einen Barometer für den Immobilienmarkt mit derart gebündelten Zahlen und Daten sowie Informationen zu Wohnlagen – das suche man in dieser Größenordnung bisher vergeblich. Umso wichtiger ist es der Sparkasse zu betonen, dass das neue Angebot kostenlos, unverbindlich und auch für Nicht-Kunden zugänglich sei.

Die Printversion des Berichts stellt auf 180 Seiten die Marktlage von insgesamt 70 Städten, Orten und zusammengefassten Regionen dar. Für Lampertheim und seine Stadtteile gibt es jeweils eine eigene, detaillierte Aufschlüsselung. Entstanden ist der Bericht auf Grundlage der Preise in den vergangenen 24 Monaten, die vom „iib – Dr. Hettenbach Institut“ erhoben wurden. Das Institut erfasse täglich rund 350 000 Angebote auf allen relevanten Internetseiten und bereinige die Zahlen auf tatsächlich gezahlte Summen. Alle Zahlen beziehen sich ausschließlich auf Bestandsimmobilien, also Objekte, die älter als drei Jahre sind.

Neben Durchschnitts- und Preisspannen für Haus- und Wohnungskäufe sowie Mietpreisen gibt das Werk Richtwerte zu verschiedenen Faktoren wie Baujahr, Zimmerklasse oder Zustand an. Jede Stadt wird außerdem auf einer Karte in fünf Wohnlagen von „Top“ bis „einfach“ eingeteilt. Diese Aufschlüsselung sei nicht nur auf Basis von gezahlten Preisen, sondern auch Aspekten wie Einkommen, Infrastruktur, Stadtbild oder Kriminalität entstanden. Damit diene der Bericht auch eine Entscheidungshilfe bei Wohnungs- oder Haussuche.

Für Lampertheim weist der Ratgeber einen durchschnittlichen Hauskaufpreis von 2550 Euro pro Quadratmeter aus. Gleichauf liegt Neuschloß, Hüttenfeld ist sogar noch zehn Euro teurer. Rosengarten (2110) und Hofheim (2080) liegen deutlich günstiger. Lampertheims Werte seien in der gesamten Region schon jetzt sehr hoch.

Ohnehin könnten die Preise in der Spargelstadt noch stärker steigen. „Wir beobachten den Trend, dass junge Familien raus aus den Städten wollen und auch die Pendler das Ried und die umliegenden Gemeinden schätzen. Damit wird das Umland zunehmend teurer“, erwartet Vorstandsmitglied Frank Belzer.

Auf Grundlage des Berichts hat die Sparkasse auch einen Preisfinder entworfen. Der rechnet Interessenten im Internet einen individuellen Preis für Immobilien aus. Eine Entwicklung, die auch Bürgermeister Gottfried Störmer begrüßte. „Damit bereichert die Sparkasse unsere Region“, fand er.

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