Lampertheim

Lukasgemeinde Zweite „Church Night“ findet digital statt / Nicht nur Konfirmanden willkommen

In der Leitung bleiben

Archivartikel

Lampertheim.Manchmal ist das Leben wie eine Warteschlange. Erwartungen, Hoffnungen und Ungeduld auf der einen, Ungewissheit, wie es weiter geht, auf der anderen Seite. „Please hold the line“, heißt es dann oft am Ende des Hörers. Die evangelische Lukasgemeinde hat genau das zum Titel ihrer diesjährigen „Church Night“ gemacht. Die findet als eine Art digitaler Gottesdienst am Freitagabend, 6. November, ab 18.30 Uhr über die Videoplattform „Zoom“ statt.

„Wir hängen momentan doch alle in einer Warteschlange fest“, erklärt Svenja Graf die Intention mit Verweis auf die Corona-Pandemie. Die 22-Jährige hat die Veranstaltung mit Nadine Ihnofeld und elf weiteren „Teamern“ organisiert. „Wir wissen alle nicht genau, wie es weiter geht“, sagt sie. Die Verbindung zu Familienangehörigen oder engen Freunden könnten die meisten Menschen noch ganz gut durch digitale Dienste auf dem Handy oder dem Computer aufrecht erhalten. Doch wie sieht es mit der Verbindung zu Gott aus? Während zeitweise gar keine oder nur eingeschränkt Gottesdienste und offizielle Kirchenveranstaltungen stattfinden können, leidet diese Verbindung offenbar. Schließlich ist Gott nicht mit dem Smartphone erreichbar. Oder doch?

Verbindung zu Gott

„Wir bitten alle: Bleibt drin in der Leitung“, sagt Graf bildlich. Die Möglichkeit, sich untereinander zu verbinden, sehen die Teamer auch als Chance zur Verbindung zu Gott. Die „Church Night“, die im vergangenen Jahr erstmals in der Domkirche stattfand und ein großer Erfolg für die Gemeinde war, findet deshalb online statt. Eigentlich war sie schon als Veranstaltung in der Kirche geplant, doch steigende Corona-Fallzahlen und ständig wechselnde Vorschriften machten eine Planung fast unmöglich. „Unsere Teamer haben sich aber nicht entmutigen lassen“, freuen sich die Pfarrer Sabine Sauerwein und Sven Behnke. Die evangelischen Geistlichen sind stolz auf das Engagement ihrer jungen Gemeindemitglieder. Die Videoplattform kennen viele von ihnen bereits aus dem Studium, wo inzwischen zahlreiche Seminare als Online-Konferenz abgehalten werden.

„So kann die Veranstaltung immerhin 100-prozentig stattfinden und niemand muss sich Sorgen über ein mögliches Ansteckungsrisiko machen“, betont Svenja Graf. Der Abend soll einer Art digitalem Gottesdienst gleichen – in dem auch das Gotteshaus selbst einen Platz erhält. Das Glaubensbekenntnis und das Vater-Unser etwa wollen die jungen Ehrenamtlichen in der Domkirche einsprechen und bei der Veranstaltung einspielen. „So bekommen wir wenigstens ein wenig Kirchen-Atmosphäre“, hofft Graf. Mit dabei sind auch Teamer, die gerade erst im September und Oktober konfirmiert wurden. Für die Gemeinde ein Zeichen, dass sie noch immer Jugendliche erreichen kann.

Ausstellung geplant

Für die Konfirmanden bietet sich außerdem die Gelegenheit, die Veranstaltung als Workshop und als Ersatz für die ausgefallenen Gruppenstunden zu nutzen. „Da sie zurzeit wenig Unterricht haben und selten den Gottesdienst besuchen können, sind wir froh über dieses Angebot“, erklärt Sabine Sauerwein. Neben den Konfirmanden ist die „Church Night“ aber auch für alle anderen Bürger zugänglich. „Wir hoffen auf viel Beteiligung auch außerhalb der Konfirmandengruppe“, so Svenja Graf. Um einen Überblick zu behalten und die Veranstaltung vorbereiten zu können, ist eine Anmeldung erforderlich. Die Teilnehmer erhalten dann einen Link zur Videokonferenz sowie ein „Kit“ an Materialien, mit denen man sich in die Veranstaltung einbringen kann. „Teilnehmer sollen ihre eigenen Gedanken zur aktuellen Lage mitbringen“, erklärt Graf. Anschließend will die Gemeinde die Veranstaltung zu einer Ausstellung in der Domkirche verwerten, sodass auch Menschen von der „Church Night“ profitieren, die nicht selbst teilnehmen.

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