Lampertheim

Demenz Arbeitskreis will durch Vorträge und Gespräche Ängste abbauen

„In Lampertheim gibt es Hilfe“

Archivartikel

LAMPERTHEIM.Demenz ist in der Gesellschaft noch immer ein Tabuthema. Dabei betrifft die Erkrankung immer mehr Menschen. „Deshalb ist es umso wichtiger, aufzuklären, Vorurteile oder Ängste abzubauen“, heißt es in den Grußworten von Bürgermeister Gottfried Störmer zur „Lampertheimer Demenz-Messe“. Einen Tag nach dem Welt-Alzheimer-Tag fand am Samstag eine Fachmesse des Lampertheimer Demenz-Arbeitskreises im Römersaal statt.

Der Zusammenschluss von Ärzteschaft, Betreuungs- und Beratungseinrichtungen und der Stadt hatte die Messe organisiert. Neben zwei Expertenvorträgen zum Thema „Herausforderungen des Alltags im Alter“ und „Das Gedächtnis und was man dafür tun kann“ gab es allen voran Möglichkeiten zum Austausch untereinander und mit diversen Einrichtungen aus dem Kreis.

Die Aussteller waren auf Einladung des Arbeitskreises ehrenamtlich in die Spargelstadt gekommen. So entstanden keine Verkaufsatmosphäre, sondern Gespräche auf Augenhöhe. Das neue Konzept – in den vergangenen Jahren hat es im Rahmen einer Demenz-Woche zahlreiche Veranstaltungen gegeben – kam offenbar gut an. Während der Vorträge war kein Stuhl mehr frei, auch danach war kaum ein Stand lange unbesucht.

Überwältigt vom Zuspruch

„Das Konzept hat funktioniert“, freute sich Hausarzt und Mitglied des Gesundheitsnetzes der Ärzteschaft Lampertheim (GALA) Matthias Früh, „wir wollten zeigen: In Lampertheim gibt es ein Angebot, in Lampertheim gibt es Hilfe. Das wissen die Besucher nun. Mit so vielen haben wir gar nicht gerechnet“.

Auch Marianne Lange von der Caritas-Seniorenberatung war überwältigt von dem Zuspruch: „Ich habe mindestens 60 Besucher im Durchlauf gezählt“. Lange hat die Messe federführend für den Arbeitskreis organisiert. Gemeinsam mit Matthias Früh dankte sie besonders Bernd Ranko, bei der Stadt zuständig für Familie und Soziales, für dessen Vorbereitungen.

Tatsächlich herrschte auf der Fachmesse nicht nur viel Betrieb, sondern reger Austausch und, trotz des ernsten Themas, mitunter auch gute Laune. Gründe dafür waren schnell gefunden. „Die Mischung macht’s“, meinte Marianne Lange, „die Kombination aus lebhaften Kurzvorträgen und dem Austausch zwischen Angehörigen, Interessierten und Hilfsmittelanbietern war entscheidend“.

Gerade die Präsentation von Gehhilfen oder anderen Alltagshelfern war ihr ein besonderes Anliegen. „Viele wissen nicht, dass Krankenkassen beispielsweise Treppenlifter übernehmen können. Das hilft nicht nur Demenzpatienten“, erklärte die Organisatorin. Die Messe richtete sich nämlich nicht nur an Demenzerkrankte und deren Angehörige. Jutta Weikel, Oberärztin der Psychiatrischen Ambulanz der Vitos Klinik in Lampertheim, klärte über Prävention von Gedächtnisverlust auf. So erklärte sie, dass eine ungesunde Lebensweise Gedächtnisprobleme begünstigen könne.

Ob die Aktion in dieser Form im kommenden Jahr wiederholt wird, ist noch unklar. Beim nächsten Arbeitskreistreffen soll ein überarbeiteter Demenz-Wegweiser herausgegeben werden.

Ihrem Ziel, „das Thema Demenz in die Bevölkerung zu tragen“, sind die Organisatoren jedenfalls ein Stück nähergekommen.

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